Ärger über HTW-Campus Göttelborn: Landesregierung ignoriert Sorgen der Studierenden

Wie aus Medienberichten hervorgeht, haben sich bei einer Umfrage der Fachschaft Architektur an der HTW 97 Prozent der Studierenden gegen einen Umzug der Fakultät nach Göttelborn ausgesprochen. Hierzu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Gute räumliche Bedingungen, aber eine unzumutbare Verkehrsanbindung: Das Urteil der Architektur-Studierenden an der HTW über ihr neues Domizil am Standort Göttelborn, das sie zum Sommersemester 2016 beziehen werden, ist eindeutig. So scheint trotz vollmundiger Ankündigung der Landesregierung, für eine gute ÖPNV-Anbindung zu sorgen, noch völlig unklar zu sein, wie die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel tatsächlich aussehen werden. Die Studierenden rechnen teilweise mit Anfahrtszeiten von über einer Stunde. Darüber hinaus ist noch nicht geklärt, wie die Versorgung mit Mahlzeiten vor Ort aussehen soll.

Diese Vielzahl offener Fragen verdeutlicht erneut, wie wenig sich die Landesregierung der Bedürfnisse und Sorgen der HTW-Studierenden annimmt. Denn Fakt ist, dass die Fachschaft Architektur auf diese Probleme bereits lange bevor die Entscheidung für den Standort Göttelborn gefallen ist, hingewiesen hat. Doch statt darauf angemessen zu reagieren, scheint die Landesregierung schlicht eine eklatante Verschlechterung der Studienbedingungen hinzunehmen. Sie riskiert mit dieser verfehlten Hochschulpolitik einen nachhaltigen Attraktivitätsverlust für die HTW. Schon jetzt haben Studierende angekündigt, über einen Wechsel der Hochschule nachzudenken. Viele fürchten darüber hinaus, ihre Arbeitsstelle, die sie bislang in Saarbrücken haben, aufgeben zu müssen, da der Zeitaufwand aufgrund großen Entfernung zum Studienort zu hoch würde.

Wir fordern von der Landesregierung, im Sinne der Studierenden und HTW-Mitarbeiter endlich detailliert Auskunft über die künftige Taktung des ÖPNV und über weitere Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Essensversorgung am Standort Göttelborn zu geben. Sie muss darüber hinaus über den jetzigen Stand der Arbeiten am HTW-Hochhaus in Saarbrücken informieren und einen konkreten Bezugstermin bekanntgeben. Der Campus Göttelborn darf nichts weiter als eine kurzfristige Notlösung sein.“

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