Aktion gegen Turbo-Abitur: Landesregierung nimmt Bedenken der Eltern nicht ernst

Die saarländische Elterninitiative G9-jetzt-Saarland hat eine Unterschriftenaktion gegen G8 gestartet und fordert eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die Landesregierung muss die Sorgen der Eltern ernst nehmen. Wir fordern dazu dringend eine Überarbeitung der Lehrpläne und der Stundentafeln des Gymnasiums, eine Verkleinerung der Klassen sowie eine Verbesserung der Fördermöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler. Längst sind nicht alle Möglichkeiten dieser Verbesserungen des G8-Gymnasiums ausgeschöpft. Bildungsminister Commerçon muss auf die Proteste der Eltern reagieren. Er muss neue Wege zur Entlastung der Schülerinnern und Schüler aber auch der Eltern und zum Stressabbau im G8 aufzeigen.

Hierzu gehört auch die Einrichtung von Ganztagsgymnasien mit einem umfassenden Förderangebot. Bislang gibt es kein einziges Gymnasium im Saarland, das als gebundene Ganztagsschule geführt wird.

Außerdem hat es Bildungsminister Commerçon sträflich versäumt, die Gemeinschaftsschule als Alternative zum G8 mit einem neunjährigen Bildungsgang bis zum Abitur stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Er muss dringend die gymnasialen Oberstufenstandorte der Gemeinschaftsschulen bekannt geben, an denen die Schülerinnen und Schüler das Abitur in neun Jahren erwerben können.

Wer das Zwei-Säulen-Schulmodell mit Gymnasium und Gemeinschaftsschule ernst nimmt, muss viel mehr für die neue Schulform als zweiter Säule werben. Passiert ist bislang jedoch nichts. Dieses Verhalten der Landesregierung ist gegenüber den Eltern unverantwortlich.

Wir fordern Bildungsminister Commerçon daher auf, den Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen voranzutreiben und die Oberstufenstandorte der Gemeinschaftsschulen endlich zu benennen.“

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