Anwendung von Glyphosat einschränken, Rückstandskontrollen ausweiten!

Die Grünen-Landtagsfraktion hat eine Anfrage an die Landesregierung zum Thema Glyphosat-Einsatz gestellt. Damit will sie unter anderem in Erfahrung bringen, inwiefern die Landesregierung Alternativmethoden fördert und ob sie eine Ausweitung der Rückstandskontrollen für diesen Stoff auch auf Lebensmittel und Bedarfsgegenstände plant. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende, Hubert Ulrich:

„Der Streit um Glyphosat auf EU-Ebene geht weiter. Erst kürzlich hat das EU-Parlament Bedenken gegenüber der Neuzulassung des wahrscheinlich krebserregenden Unkrautvernichtungsmittels geäußert. In einer Resolution wurde unter anderem gefordert, eine mögliche weitere Zulassung auf sieben Jahre zu beschränken und Pläne auszuarbeiten, um den Einsatz des Mittels deutlich zu beschränken. Das Parlament hat hier nicht nur ein starkes Signal an die EU-Kommission gesandt. Es hat auch verdeutlicht, dass es Handlungsspielräume gibt, um die Verwendung von Glyphosat einzuschränken. Dies gilt auch auf Ebene der Bundesländer.

Ein Ansatzpunkt wäre unserer Auffassung nach die Einschränkung der sogenannten konservierenden Bodenbearbeitung. Laut Angaben des Umweltbundesamts werden dabei häufig Totalherbizide wie Glyphosat angewandt. Der BUND hatte bereits in der Glyphosat-Anhörung im saarländischen Landtag am 22. Januar 2016 die öffentliche Förderung dieser konservierenden Bodenbearbeitung kritisiert. Wir haben nun eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, in der sie unter anderem darlegen muss, ob und inwiefern sie die umstrittene konservierende Bodenbearbeitung mit öffentlichen Mitteln unterstützt und welche Begründung sie dafür hat. Darüber hinaus wollen wir in Erfahrung bringen, inwieweit sie Alternativmethoden zum Glyphosat-Einsatz finanziell unterstützt.

Wie die Anhörung im Landtagsausschuss im Januar weiterhin gezeigt hat, lässt das Saarland lediglich das Grundwasser auf Glyphosat-Rückstände beproben. Wir halten es jedoch für unerlässlich, künftig auch Kläranlagen, Bedarfsgegenstände sowie Nahrungsmittel auf eine mögliche Belastung hin untersuchen zu lassen. Denn wie real die Gefahren durch Glyphosat auch für den Menschen sind, haben bereits mehrere Studien gezeigt, die Rückstände dieses Stoffes in Brötchen, Mehl, Haferflocken und Bieren nachgewiesen haben. Die Landesregierung muss darlegen, inwiefern sie plant, künftig entsprechende Untersuchungen vornehmen zu lassen.“

Link zur Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

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