Ausbau von Zugverbindungen: Verhandlungen mit Bahn aufnehmen, grenzüberschreitenden Verkehr durch Tram-Train stärken!

Laut einem Bericht der Saarbrücker Zeitung hat die Deutsche Bahn Bereitschaft signalisiert, mit dem Saarland über einen Ausbau grenzüberschreitender Verbindungen nach Luxemburg und Frankreich zu verhandeln. Hierzu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

 „Ein guter Anschluss des Saarlandes an das Schienennetz, sowohl was den Nah- als auch Fernverkehr anbelangt, ist von entscheidender Bedeutung für die Wirtschaft und den Tourismus im Land. Es ist begrüßenswert, dass die Bahn zu dieser Thematik grundsätzlich Gesprächsbereitschaft signalisiert hat. Nun ist die Landesregierung gefordert, zeitnah entsprechende Verhandlungen aufzunehmen. Im Fokus darf dabei nicht nur der Ausbau des grenzüberschreitenden Verkehrs, sondern muss auch das Thema Fernverkehr stehen. Um eine zeitgemäße Anbindung des Landes an das Fernverkehrsnetz sicherzustellen, muss sich die Landesregierung dafür einsetzen, dass zweistündliche Anbindungen zumindest an die Metropolen Paris, Frankfurt und Stuttgart eingerichtet werden. Außerdem sollen die Strecken nach Berlin und München mindestens zwei Mal täglich bedient werden.

Darüber hinaus erwarten wir von der Landesregierung, konkrete Planungen für die Einrichtung einer Straßenbahnverbindung (Tram-Train) zwischen Saarbrücken und Forbach aufzunehmen. Wie eine Studie des Eurodistricts Saar-Moselle aus dem Jahr 2015 ergeben hat, würde das Saarland von einer solchen Verbindung sowohl ökonomisch als auch ökologisch profitieren. Zum einen könnten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Frankreich, die mit dem Auto ins Saarland pendeln, auf die Bahn ausweichen. Zum anderen könnten im Umfeld der Strecke rund 5.800 Arbeitsplätze auf dem Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungssektor entstehen. Schließlich würde der hiesige Einzelhandel von mehr Besuchern aus Frankreich profitieren.

Die Landesregierung darf diese große Chance zur Stärkung des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht ungenutzt verstreichen lassen, zumal bis zu 80 Prozent der Projektkosten durch EU-Fördermittel finanziert werden könnten. Voraussetzung ist, dass sie bis 2023 abgerechnet werden. Wir fordern daher von der Landesregierung, zusammen mit allen Entscheidungsträgern  ein Finanzierungskonzept zur Realisierung einer Tram-Train in der Region Saar-Moselle zu erarbeiten und alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, um das Projekt umzusetzen.“

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