Ausweitung des Ethikunterrichts im Saarland erforderlich

Nach dem heutigen Bericht im Bildungsausschuss zur Erteilung von Ethikunterricht an saarländischen Schulen erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Trotz einer steigenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die vom Religionsunterricht befreit sind, wird im Saarland in allgemeinbildenden und beruflichen Schulen erst ab der Klassenstufe neun ein verbindlicher Ethikunterricht erteilt. Damit liegt das Saarland im Ländervergleich im unteren Drittel. Laut Auskunft des Bildungsministeriums im Bildungsausschuss soll ab dem Schuljahr 2015/16 der Ethikunterricht als Angebot der Schule zwar ausgeweitet werden; dies allerdings nur im Rahmen des vorhandenen Stundenbudgets der Schule und nicht als verbindliche Alternative zum Religionsunterricht für alle. Dies ist keine echte Verbesserung, da zur Erteilung des Ethikunterrichts andere Unterrichts- und Schulangebote gestrichen werden müssen und kein landesweit einheitlicher Ethikunterricht an den Schulen angeboten wird. Das Saarland verbessert sich damit auch nicht im Ländervergleich.

Wir fordern, die Einrichtung eines verbindlichen Ethikunterrichtes neben dem Religionsunterricht als echte Alternative fest im Stundenplan zu verankern. Dies soll ab dem Schuljahr 2015/16 im Rahmen eines Stufenplanes vorgenommen werden, beginnend mit der achten Klasse und dem Ziel bis 2020 einen solchen Ethikunterricht verbindlich für alle Klassenstufen landesweit eingerichtet zu haben. Es wird zunehmend wichtiger, der Gleichwertigkeit aller Weltanschauungen und Religionen im Rahmen einer umfänglichen Werteerziehung – und dazu gehört auch Ethikunterricht – in unseren Schulen umfassend Rechnung zutragen.“

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