Beibehaltung der Fuchsjagd entbehrt wissenschaftlicher Grundlage

Nachdem die Landesregierung die Beibehaltung der Fuchsjagd mit fadenscheinigen Argumenten verteidigt hat, hat die Grünen-Fraktion eine erneute Anfrage zu diesem Thema gestellt. Zu den jetzt herausgegebenen Antworten erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Die Landesregierung verteidigt die Fuchsjagd weiterhin ohne jegliche wissenschaftlich fundierte Grundlage. Sie hat uns zwar eine lange Erklärung zu möglichen Infektionen geliefert, die durch Füchse auf Menschen übertragen werden können. Die Ausführungen ähneln jedoch vielmehr dem Inhalt von Beipackzetteln, als dass sie ein tatsächliches Argument für die Beibehaltung der grausamen Jagdpraxis liefern. Denn Tatsache ist, dass darin aufgeführte Krankheiten wie Tollwut seit dem Jahr 2008 in Deutschland nicht mehr aufgetreten sind.

Außerdem hat sich mit dem sogenannten Fuchs- beziehungsweise Hundebandwurm zwischen 2000 und 2014 im Saarland pro Jahr durchschnittlich eine einzige Person infiziert. Dabei ist es sogar wesentlich wahrscheinlicher, dass in diesen Fällen Hunde aufgrund ihrer weit größeren Verbreitung und nicht Füchse der Überträger waren. Die Landesregierung bezeichnet die Fuchsjagd als Gesundheitsvorsorgepolitik, ohne dafür ein stichhaltiges Argument zu liefern.

Nach wie vor kann sie zudem ihre Behauptung nicht belegen, dass Füchse den Bestand des Niederwilds wie zum Beispiel des Rebhuhns gefährden. Stattdessen räumt die Landesregierung ein, dass die Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung einen erheblich negativen Einfluss auf die Population des Rebhuhns hat. Der Grund hierfür liegt im Wegfall von Rückzugsgebieten und dem Einsatz gefährlicher Pestizide. Doch trotz der Tatsache, dass der Bestand dieser Tierart seit den 1980er-Jahren landesweit um 80 Prozent zurückgegangen ist, leitet die Landesregierung keine Schritte ein, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Wir fordern von ihr deutlich mehr Investitionen in den Ökolandbau, eine Ausweitung von Grünflächen und ein umgehendes Ausbringungsverbot für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

Da zudem nicht belegt werden kann, dass Füchse zum Rückgang der Niederwildpopulation beitragen und Studien weiterhin gezeigt haben, dass die Jagd auch keinen regulierenden Einfluss auf die Fuchsbestandszahlen hat, fordern wir eine Aussetzung der Fuchsjagd zunächst für ein Jahr. Im Anschluss muss eine Bestandsaufnahme der Fuchspopulation gemacht werden. Luxemburg ist hier mit gutem Beispiel vorangegangen und setzt diese Regelung seit April 2015 um.“

Link zu den Antworten auf die Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

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