Bevorstehende Schulschließungen: Gemeinschaftsschulen brauchen längere Entwicklungszeit

Zur Ankündigung von Bildungsminister Ulrich Commerçon, dass ab dem Schuljahr 2016/17 voraussichtlich mehrere weiterführende Schulen schließen müssen, erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die Aussagen des Bildungsministers sind ein Ergebnis der kurzsichtigen und konzeptlosen Bildungspolitik der Landesregierung. Die Große Koalition hat den weiterführenden Schulen mit der Verschärfung des Schulordnungsgesetzes ein viel zu enges Korsett angelegt. Betroffen sind in erster Linie die neuen Gemeinschaftsschulen, für die nach einer Frist von nur zwei Jahren Aufbauzeit sich jetzt bereits die Existenzfrage stellt.

Wir haben bereits mehrfach verdeutlicht, dass wenigstens fünf Jahre nötig sind, damit die Schulen ein eigenständiges Profil entwickeln und genügend Schülerinnern und Schüler gewinnen können. Nun steht zu befürchten, dass bis zum Ende der Legislaturperiode bis zu 16 Gemeinschaftsschulstandorte wegfallen. Auch der saarländische Landkreistag fordert, den Schulen mehr Entwicklungszeit für eine Standorterhaltung zu geben.

Den Schwarzen Peter allerdings nun den Landkreisen zuzuschieben, wie es Bildungsminister Commerçon getan hat, ist eine Unverschämtheit. Die Kreise als Schulträger sind zwar an der Standortentwicklung zu beteiligen, allerdings muss die Landesregierung die Verantwortung für die Schulschließungen letztendlich selbst übernehmen. Angesichts des doch deutlich abgeschwächten Schülerrückgangs fordern wir eine Korrektur des harten Kurses der Landesregierung, der Schulschließungen unvermeidbar macht. Wir benötigen dringend eine längere Übergangsphase für den Aufbau der neuen Gemeinschaftsschulen, bevor eine Gesamtschülerzahl von 220 als Bemessungsgröße zugrunde gelegt wird.“

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