Bevorstehender Fachkräftemangel: Landesregierung muss fatalen Sparkurs im Bildungsbereich aufgeben

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist im Saarland künftig mit einem deutlichen Fachkräftemangel im Bereich technischer Berufe zu rechnen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen erneut, dass der demografische Wandel langfristig zu einem eklatanten Fachkräftemangel führen wird. Das Saarland ist aufgrund seiner Altersstruktur von diesem Trend besonders betroffen. Vor diesem Hintergrund zeigt sich erneut, welch verfehlte Bildungspolitik diese Landesregierung betreibt.

Statt die Hochschulen im Land für Menschen innerhalb und außerhalb des Saarlandes attraktiv zu halten, werden sie zu herben Einschnitten im Fächerangebot gezwungen. Dies wird langfristig dazu führen, dass sich saarländische Schulabgänger für ein Studium in einem anderen Bundesland entscheiden werden und junge Menschen von außerhalb ein Studium hierzulande erst gar nicht in Betracht ziehen. Die Landesregierung muss erkennen, dass der Ausbau der saarländischen Hochschulen ein wesentlicher Faktor ist, um dem demografischen Wandel und dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Sie muss den bisherigen Sparkurs im Hochschulbereich aufgeben.

Darüber hinaus halten wir ein zusätzliches Maßnahmenpaket für nötig, um wirksam gegen Bildungsarmut im Land vorzugehen. Dazu muss sich die Landesregierung des Problems der hohen Kinder- und Jugendarmutsquote annehmen. Hierzulande lebt jedes sechste Kind an der Armutsgrenze. Um diesen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben, brauchen wir im Bildungsbereich eine bessere Vernetzung von Jugendhilfe und Schule. Wir fordern, an jeder weiterführenden Schule mindestens eine Schulsozialarbeiterstelle einzurichten.

Diese Maßnahmen müssen mit dem weiteren Ausbau der Gebundenen Ganztagsschulen einhergehen, den die Landesregierung bislang sträflich vernachlässigt. In der jetzigen Legislaturperiode hat sie erst acht neue Gebundene Ganztagsschulen eingerichtet. Geplant sind laut Koalitionsvertrag jedoch 25. Diese Schulform bietet mit ihrem ganztätigen Förderangebot die beste Basis für eine gute Betreuung und erfolgreiche Förderung besonders für Schülerinnen und Schüler aus sozial schwächeren Verhältnissen. Die Landesregierung muss erkennen, dass Investitionen in die Bildung der Kinder Investitionen in deren Zukunft und letztlich in die Zukunft des Landes sind. Sie muss daher auf den geplanten Stellenabbau von 112 Lehrerstellen in diesem Jahr verzichten und den Ausbau der Gebundenen Ganztagsschulen endlich vorantreiben.“

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