Bildung nicht länger in den Sparstrumpf stecken! – Grüne unterstützen Protest der Grundschullehrer

Anlässlich der für morgen (9. Juni) geplanten Kundgebung des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (SLLV) vor der Staatskanzlei erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wir unterstützen die Proteste des SLLV ausdrücklich und werden an der morgigen Kundgebung vor der Staatskanzlei teilnehmen. Die Landesregierung darf nicht länger die Augen davor verschließen, dass das Lehrpersonal angesichts der zunehmenden Betreuungsaufgaben und Anforderungen an die Schule permanent einer ansteigenden Belastung ausgesetzt ist. Dazu zählen neben der Umsetzung der Inklusion die Betreuung von Flüchtlingskindern und die Nachmittagsbetreuung. Es ist einfach kontraproduktiv, einerseits stärker auf die wichtige individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu setzen und andererseits Lehrerstellen zu streichen.

Die Landesregierung plant in diesem Jahr den Abbau von 112 Lehrerstellen, davon 20 allein an Grundschulen. Bereinigt um die Versorgungsbezüge sinken die tatsächlichen Bildungsausgaben in diesem Haushaltsjahr um 5,2 Millionen Euro. Von überdurchschnittlich hohen Investitionen, die Bildungsminister Commerçon auch vor dem Hintergrund der Umsetzung der Inklusion angekündigt hat, kann keine Rede sein. Die Landesregierung macht sich sogar unglaubwürdig, in dem sie sich nicht einmal an die Vorgaben aus ihrem Koalitionsvertrag hält. Darin heißt es, der Bildungsetat solle auf 30 Prozent des Gesamthaushalts erhöht werden. Die traurige Realität ist jedoch, dass der Anteil im Haushaltsjahr 2015 lediglich bei 21,21 Prozent liegt. Im Jahr 2011 betrug er sogar noch 21,99.

Diese verfehlte Sparpolitik führt zu Personalmangel, zu hoher Unterrichtsverpflichtung und letztlich zu einer Überlastung der Lehrkräfte, was zulasten der Qualität der Bildung unserer Kinder geht. Wir bekräftigen daher unsere Forderung, auf den geplanten Stellenabbau im Lehrerbereich zu verzichten und die demografische Rendite im Schulbereich zu belassen. Darüber hinaus müssen die Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen durch mehr Integrationshelfer unterstützt werden, die geistig oder körperlich behinderte Schülerinnen und Schüler betreuen. Solange nicht genügend Förderschullehrer an den Grundschulen bereit stehen, ist außerdem zu prüfen, ob zusätzlich Erzieherinnen und Erzieher mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung eingesetzt werden können.“

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