Bildungsmonitor zeigt: Landesregierung vernachlässigt Investitionen in Hochschullandschaft

Laut Bildungsmonitor 2015 der Initiative Neue Marktwirtschaft investiert das Saarland deutlich weniger Mittel in die Hochschullandschaft (5,8 Prozent) als im Bundesdurchschnitt (10,2 Prozent). Hierzu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Die wenigsten Finanzmittel für die Hochschulen im Bundesvergleich und der geringste Anteil an wissenschaftlichem Personal: Die Bilanz des Bildungsmonitors ist ernüchternd und ein Spiegelbild für die sträfliche Vernachlässigung des Bildungs- und Wissenschaftsbereichs durch die Landesregierung. Dabei ist zu bedenken, dass als Datenbasis Zahlen aus dem Jahr 2013 dienten, die Werte also noch aus der Zeit vor der erheblichen Reduzierung der Globalhaushalte stammen. Doch auch ein Vergleich der Zahlen aus 2013 mit denen des Vorjahres belegt, dass die Investitionen schon damals zurückgefahren wurden. Angesichts der herben Einschnitte im Bereich der Hochschulfinanzierung im Haushaltsjahr 2015 sind für kommende Untersuchungen jedoch noch deutlich schlechtere Werte zu erwarten.

Die Landesregierung ist mit ihrem Sparkurs auf dem besten Weg, die Hochschulen im Land, insbesondere die Saar-Uni, für Studierende, Studieninteressierte und den wissenschaftlichen Nachwuchs unattraktiv zu machen. So wird die Uni durch fehlende Finanzmittel zu Fächerstreichungen gezwungen, Zeitverträge wissenschaftlicher Mitarbeiter können nicht verlängert werden, die Serviceangebote und Tutorien für Studierende werden zusammengestrichen. Die Liste ließe sich noch lange fortführen. Wie verfehlt der Sparkurs im Hochschulbereich ist, zeigen weitere Ergebnisse des Bildungsmonitors. So bildet das Saarland bei der Quote der Absolventen im Bereich der Ingenieurwissenschaften das Schlusslicht im Bundesvergleich. Dabei sucht die Wirtschaft im Land händeringend nach solchen Fachkräften.

Die Landesregierung darf die Hochschulen im Land nicht länger als Haushaltsbelastung, sondern muss sie als wichtigen Wirtschaftsmotor begreifen. Eine angemessene Finanzausstattung ist Grundvoraussetzung, um Studierende und Wissenschaftler im Saarland zu halten und die Hochschulen für Studieninteressierte aus anderen Bundesländern und dem Ausland nachhaltig attraktiv zu machen. Wie die Absolventenstudie von Professor Eike Emrich und Freya Gassmann ergeben hat, nimmt zurzeit die Hälfte der Uniabsolventen eine Stelle im Saarland an. Diese Menschen tragen mit ihrer Arbeitskraft erheblich zur konjunkturellen Entwicklung bei. Es muss im Interesse der Landesregierung sein, diesen Wert noch weiter zu verbessern, um letztlich dem demografischen und bevorstehenden Fachkräftemangel zu begegnen. Mit ihrem engen Sparkorsett im Hochschulbereich wird sie allerdings das Gegenteil bewirken.“

 

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