Bure: Tragischer Unfall stärkt Zweifel an Eignung des Standorts als Atommüllendlager

Bure: Tragischer Unfall stärkt Zweifel an Eignung des Standorts als Atommüllendlager

Beim Einsturz der Frontwand eines Stollens im Forschungszentrum für das geplante Atommüllendlager in Bure ist ein Arbeiter ums Leben gekommen, ein weiterer verletzt worden. Zu diesem Vorfall erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

 „Seit Jahren stehen erhebliche Bedenken gegen Bure als Standort für ein Atommüllendlager im Raum. So hat das Öko-Institut Darmstadt in einer Studie bezweifelt, dass die Tonformation in Bure überhaupt als Endlagerstandort geeignet ist. Sogar die saarländische Landesregierung hat im Jahr 2013 in ihrer Stellungnahme zur öffentlichen Debatte zu diesem Projekt erklärt, dass bisherige Sicherheitsanalysen unzureichend waren. Der tragische Unfall, der sich jetzt bei Bohrarbeiten ereignet hat, lässt weitere erhebliche Zweifel an der Eignung des Standorts aufkommen. So stellt sich angesichts des Einsturzes einer Stollenwand die berechtigte Frage nach der Stabilität der gesamten Gesteinsformation in dieser Region. Hier droht, nach Cattenom die nächste atomare Gefahr für die Großregion zu entstehen.

Wir fordern daher von Umweltminister Jost, umgehend das Gespräch mit den französischen Behörden zu suchen und sich umfassend über den Vorfall und das anstehende Genehmigungsverfahren informieren zu lassen. Insbesondere steht auch die Frage im Raum, wie die Rückholbarkeit des atomaren Mülls für 100 Jahre aus tieferen Gesteinsschichten gewährleistet werden soll, falls Bure als Endlager eingerichtet werden sollte. Wir werden dieses Thema auf die Tagesordnung des nächsten Europaausschusses am 18. Februar setzen und auch einen umfassenden Bericht über die Ergebnisse der jetzt laufenden Stabilitätsprüfung fordern.“

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