Cattenom endlich abschalten!

Nach dem erneuten Störfall im AKW Cattenom vom Wochenende und dem katastrophalen Ergebnis des europäischen Stresstests insbesondere für französische Atomanlagen erklärt die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Simone Peter:

„Der Schrottreaktor in Cattenom muss jetzt endlich abgeschaltet werden! Der französische Präsident Hollande ist hier in der Pflicht. Nach der Ankündigung der Schließung des AKW Fessenheim muss auch beim Pannenreaktor in Cattenom gehandelt werden. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass es in diesem grenznahen Atomkraftwerk permanent zu Zwischenfällen kommt. Wie lange will Frankreich sich das noch ansehen? Die ständigen Zwischenfälle in Cattenom sind schon Grund genug für eine sofortige Abschaltung. Hinzu kommt jetzt auch noch das katastrophale Ergebnis des europäischen Stresstests. Die Überprüfung europäischer Atomkraftwerke durch die EU-Kommission hat schwere Mängel und einen Nachrüstungsbedarf in einer Größenordnung von bis zu 25 Milliarden Euro aufgezeigt.

Bei dem AKW-Stresstest sind im Abschlussbericht, der nach dem Atom-Unglück im japanischen Fukushima im März 2011 in Auftrag gegeben worden war, hunderte technische Verbesserungsmaßnahmen festgestellt worden. Im Grunde bedürfen alle Anlagen Verbesserungen bei den Sicherheitsmaßnahmen. Die meisten Kritikpunkte im Abschlussbericht betreffen dabei Frankreich. Und in die Untersuchungen sind noch nicht einmal Terrorangriffe in die Testszenarien einbezogen worden. Der Bericht zeigt daher für uns nur die Spitze des Eisbergs. Frankreich muss endlich umdenken und den Ausstieg aus der hochriskanten Atomenergie einleiten. Hier darf sich die deutsche Bundesregierung nicht länger mit Ausreden zur nationalen Eigenständigkeit aus der Verantwortung stehlen, sondern muss die grenzübergreifende Gefährdung der Menschen bei den französischen Nachbarn thematisieren. Die Landesregierung ist gefordert, unsere Interessen Richtung Paris und Berlin unmissverständlich deutlich zu machen.“

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