Effektive Anreize für Ansiedlung von Hausärzten schaffen –Medizinische Versorgungszentren einrichten!

Zur Ankündigung von Gesundheitsministerin Bachmann, dem bevorstehenden Hausärztemangel mit einem Stipendienprogramm sowie einer 10.000-Euro-Prämie für die Ansiedlung von Hausärzten im ländlichen Raum zu begegnen, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Im Saarland hat inzwischen mehr als jeder dritte Hausarzt das 60. Lebensjahr überschritten. Besonders im ländlichen Raum haben viele Mediziner Probleme, Nachfolger zu finden. Diese Situation hat dazu geführt, dass schon heute 33,5 Hausarztstellen im Saarland unbesetzt sind. Damit wir mittelfristig nicht auf einen deutlichen Mangel an Hausärzten zusteuern, müssen zeitnah wirksame Anreize für die Ansiedlung von Nachwuchsmedizinern geschaffen werden.

Die Gewährung einer 10.000-Euro-Prämie, wodurch bis zu 20 Praxisübernahmen und -neuzulassungen möglich sein sollen, ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Das gilt auch für das Stipendienprogramm, in dessen Rahmen Studierende eine Förderung erhalten, falls sie sich nach Abschluss des Studiums als Hausarzt im ländlichen Raum im Saarland niederlassen. Allerdings zweifeln wir daran, dass diese Maßnahmen alleine eine ausreichende Motivation für Nachwuchsmediziner darstellen.

Zum einen bedeutet eine 10.000-Euro-Prämie im medizinischen Sektor keinen Geldsegen, zumal schon die Anschaffung von Gerätschaften für die Praxen diese Summe um ein Vielfaches übersteigt. Daher hat diese Maßnahme von der Summe her eher Symbolfunktion. Darüber hinaus scheuen viele Nachwuchsmediziner aufgrund des wirtschaftlichen Risikos unmittelbar nach ihrem Studium den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie sind vielmehr auf der Suche nach einer Anstellung, etwa in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Daher sprechen wir uns für eine nachhaltige Versorgungsplanung im Saarland aus, die einen deutlich Ausbau solcher Versorgungszentren (MVZ) im ländlichen Raum vorsieht, die Angebote der Gesundheitsförderung und -versorgung vereinen.“

Thesenpapier zur Gesundheitsversorgung (Markus Tressel und Klaus Kessler).

 

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