Erfolgreiche Förderung von Schülerinnen und Schülern erfordert mehr Investitionen in Bildung

Zum geplanten Förderprogramm des Bildungsministeriums für Schülerinnen und Schüler an Gymnasien erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Ein Förderprogramm für mehr individuelle Lernbegleitung an Gymnasien wird solange wirkungslos bleiben, solange Bildungsminister Commerçon weiterhin an seinem strikten Sparkurs im Bildungsbereich festhält. Alleine in diesem Haushaltsjahr streicht die Landesregierung 18 Stellen für Gymnasiallehrer. Mehr Aufgaben für immer weniger Personal bedeutet letztlich, dass die Qualität der Bildung leiden wird. Damit ist keinem Schüler geholfen. Ein umfassendes Förderangebot für Schülerinnen und Schüler an Gymnasien muss daher mit einer Aufstockung der Finanzmittel für den Bildungshaushalt einhergehen. Die Landesregierung muss auf den Abbau der Lehrerstellen verzichten.

Zudem vermissen wir Impulse seitens des Bildungsministers an anderer Stelle. So ist es ihm noch immer nicht gelungen, einige achtjährige Gymnasien als gebundene Ganztagsschulen auf den Weg zu bringen. Als gebundene Ganztagsschule hätten diese Gymnasien mehr Möglichkeiten der Förderung und Entlastung der Schülerinnen und Schüler gegenüber den herkömmlichen Halbtagsschulen. Doch bislang bietet im Saarland kein einziges Gymnasium dieses Ganztags-Modell an. Außerdem behandelt der Bildungsminister die Gemeinschaftsschule als Alternative zum Gymnasium noch immer stiefmütterlich. Diese Schulform ist inzwischen bis in die Klassenstufe 8 ausgebaut. Aus diesem Grund haben wir bereits mehrfach gefordert, dass der Bildungsminister die Oberstufenstandorte der Gemeinschaftsschulen bekannt gibt. Doch in dieser Frage hat er sich bis heute kein Stück bewegt.

Dieses Verhalten ist ein Schlag ins Gesicht für alle Eltern, die diese Schulform als Alternative für ihr Kind zum achtjährigen Gymnasium in Erwägung ziehen. Die Gemeinschaftsschule mit dem Abitur nach neun Jahren soll eine Möglichkeit für diejenigen Schülerinnen und Schüler darstellen, die mit der Stoffdichte bei G8 überfordert sind. Aus diesem Grund haben wir diese Schulform in unserer Regierungszeit auch als G8-Alternative auf den Weg gebracht. Wie soll die Gemeinschaftsschule aber eine attraktive Alternative zum Gymnasium werden, wenn Eltern nicht einmal wissen, an welchem Standort ihre Kinder künftig die Oberstufe besuchen können?

Bildungsminister Commerçon muss endlich seine Hinhaltetaktik aufgeben und die Oberstufenstandorte der Gemeinschaftsschulen bekannt geben. Einerseits qualitätsverbessernde Maßnahmen für die Gymnasien auf den Weg bringen zu wollen und andererseits andere Schulformen sträflich zu vernachlässigen, hat mit gerechter Bildungspolitik nichts zu tun.“

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