Erneuter Zwischenfall in Cattenom: Druck auf französische Regierung muss wachsen

Gestern wurde Reaktor 1 des Atomkraftwerks Cattenom wegen eines technischen Defekts heruntergefahren. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Erneut hat es einen Zwischenfall im lothringischen Atomkraftwerk Cattenom gegeben. Diesmal soll ein Schieber in einer Maschinenhalle defekt sein, weshalb Reaktor 1 heruntergefahren wurde. Dies ist nun der zweite technische Defekt innerhalb weniger Wochen. Dass Betreiber EDF den neuerlichen Zwischenfall mit dem Hinweis runterspielt, der Defekt habe sich im nicht-nuklearen Bereich ereignet, beschwichtigt nur wenig angesichts der mehr als 800 Zwischen- und Störfälle in den vergangenen Jahren. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich der nächste Strahlenunfall ereignet. Die Folgen für die Menschen und die Umwelt sind nicht auszudenken. Cattenom ist längst zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden.

Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben. Wir sehen sowohl den saarländischen Umweltminister Reinhold Jost als auch Bundesjustizminister Heiko Maas als prominenten Vertreter des Saarlandes in der Pflicht, Druck auf die französische Regierung auszuüben. Dass die französische Atomaufsicht nun Sonderauflagen für Block 2 des Kraftwerks erlassen hat und Änderungen an den Produktionskreisläufen fordert, kann nicht die Lösung des Problems sein und verdeutlicht mal wieder den maroden Gesamtzustand des Atommeilers. Frankreich darf nicht länger die Augen vor der drohenden Gefahr für die gesamte Region verschließen und muss den Pannenmeiler endlich vom Netz nehmen.“

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