Flüchtlingen berufliche Perspektive geben, bürokratische Hürden abbauen!

Zum Plan der Landesregierung und Saar-Uni, Flüchtlingen Zugang zum Studium nach einem Sprach- und Eignungstest zu gewähren, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Mit ihrem Angebot, Flüchtlinge auf unbürokratischem Weg zum Studium zuzulassen, vollzieht die Saar-Uni einen wichtigen Schritt, um diesen Menschen zu einem erfolgreichen Neustart in unserem Land zu verhelfen und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Wir halten es für den richtigen Weg, auf die Vorlage von Qualifikationsnachweisen wie Zeugnissen zu verzichten, da diese Menschen solche Dokumente auf der Flucht entweder nicht mitführen oder sie ihnen schlicht verloren gehen.

Langfristig muss es allerdings das Ziel der Landesregierung sein, auch jugendlichen Flüchtlingen ohne Interesse an einem Studium eine berufliche Perspektive im Rahmen des dualen Ausbildungssystems zu geben. Insofern fordern wir von ihr, zu prüfen, ob das Modell des Eignungs- und Sprachtests auch auf den Ausbildungsmarkt angewandt werden kann. Grundlage hierfür muss es allerdings sein, den Flüchtlingen schnelleren Zugang zu Sprachkursen zu verschaffen und das Angebot deutlich auszuweiten. Es kann nicht sein, dass diese Menschen im Schnitt acht bis zwölf Monate warten müssen, bis sie einen entsprechenden Kurs absolvieren können, wie es im Saarland bislang der Fall ist.

Ebenso wie für jugendliche Flüchtlinge ohne Ausbildung müssen die bürokratischen Hürden für Fachkräfte, die in unser Land einwandern, deutlich gesenkt werden. Dass diese Menschen erfolgreich in den Arbeitsmarkt eintreten können, ist auch entscheidend, um dem demografischen Wandel und in diesem Zuge dem bevorstehenden Fachkräftemangel in unserem Land zu begegnen. So schätzen alleine die Saar-Unternehmen, dass sie bis zum Jahr 2030 auf 45.000 Zuwanderer angewiesen sein werden.

Die entsprechenden Grundlagen müssen durch ein modernes Einwanderungsgesetz geschaffen werden, das zum Ziel hat, Visaverfahren zu vereinfachen und die Anerkennung von Berufsabschlüssen zu erleichtern. Darüber hinaus sprechen wir uns dafür aus, ein Einwanderungsmodell nach einem Punktesystem zu schaffen, das auf wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfordernissen beruht, um die Zuwanderung zu regeln.“

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