Fluglärmreduzierung: Verteidigungsministerium dämpft Erwartungshaltung drastisch

Im heutigen Innenausschuss hat Oberst Hoppe vom Bundesverteidigungsministerium über die Situation militärischer Übungsflüge über dem Saarland berichtet. Zu den Ergebnissen erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Nach dem heutigen Vortrag von Oberst Hoppe wurde unsere Erwartungshaltung nach einer Reduzierung des Fluglärms stark gedämpft. So soll zwar eine Umverteilung der Übungsflüge im Umfang von bis zu zehn Prozent innerhalb des Korridors „TRA Lauter“ über dem Saarland und der Westpfalz geprüft werden. Allerdings wird dies nichts daran ändern, dass diese Flugzone nach wie vor die am stärksten belastete in ganz Deutschland bleibt. Eine gleichmäßigere Verteilung der militärischen Übungsflüge über alle acht Korridore bundesweit ist noch immer nicht in Sicht. Dabei ist genau das die Grundvoraussetzung, um den Fluglärm über dem Saarland deutlich einzuschränken.

Zwar hat Oberst Hoppe heute in Aussicht gestellt, dass nach Möglichkeit die Mindestflughöhe von Militärjets auf über 3000 Meter angehoben werden soll. Allerdings muss dies von Fall zu Fall entschieden werden und hängt von zahlreichen Faktoren ab. So ist für die Entscheidung über die Anhebung der Mindestflughöhe maßgeblich, ob der höhere Luftraum frei ist, welche Wetterbedingungen herrschen und ob militärtaktische Gründe nicht dagegen sprechen. Daher befürchten wir, dass eine Anhebung nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme sein wird.

Im Endergebnis hat der Vortrag große Zweifel hinterlassen, dass nach den eher vollmundigen Ankündigungen von Innenminister Bouillon eine spürbare Entlastung für die betroffenen Saarländerinnen und Saarländer eintreten wird.“

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