Förderstopp für Öko-Landbau aufgeben – Betriebe bei Umstellung finanziell unterstützen!

Die Grünen-Landtagsfraktion fordert von Umweltminister Reinhold Jost, weitere Mittel zur Förderung des Öko-Landbaus im Saarland bereitzustellen. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Es ist das Ziel der Bundesregierung, den Anteil des Öko-Landbaus in Deutschland auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir sehr, dass das Saarland mit einer Quote von 16 Prozent den Spitzenplatz im Ländervergleich einnimmt. Dennoch sollte es das Bestreben von Umweltminister Jost sein, die Quote weiter zu erhöhen, um sich den Bundesvorgaben noch stärker anzunähern. Dafür gibt es triftige Gründe.

Denn zum einen nimmt deutschlandweit die Nachfrage nach regionalen und Bio-Produkten stetig zu. Zum anderen sind besonders für Milchviehbetriebe, die hierzulande über die Hälfte des Einkommens der Landwirtinnen und Landwirte generieren, die Anreize für eine Umstellung auf den Öko-Landbau groß. Das liegt darin begründet, dass sie aus einem Liter konventionell produzierter Milch lediglich 20 Cent, aus Bio-Milch jedoch das Doppelte erlösen können. Und während im Bereich der konventionellen Milch eine deutliche Überproduktion besteht, liegt der Selbstversorgungsgrad bei der Bio-Milch in Deutschland zurzeit lediglich bei 70 Prozent. Die Quote durch mehr Öko-Landwirtschaft zu erhöhen, würde den Import dieser Produkte einschränken und käme letztlich auch der Umwelt zugute.

Unserer Auffassung nach hat Umweltminister Jost daher mit dem Förderstopp für die Umstellung auf den Öko-Landbau das falsche Signal gesendet. Wir fordern von ihm, weitere Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Förderung der Betriebe umzuwidmen. Gerade in den für die Landwirte finanziell schwierigen Zeiten aufgrund der Milchkrise muss sichergestellt werden, dass alle Betriebe, die auf ökologische Produktion umstellen wollen, die nötige Förderung erhalten.“

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