Ganztagsschulangebot: Saarland muss weiter zulegen

Aus der aktuellen Studie der Bertelsmannstiftung geht hervor, dass das Saarland bei den Ganztagsschulangeboten unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Das Saarland hat sich nach dieser Studie in der Beteiligungsquote der Schülerinnen und Schüler zwar von 19,7 Prozent im Jahr 2010/11 auf 24,5 Prozent im Jahr 2011/12 bei den Ganztagsschulbesuchen verbessert, bleibt aber immer noch hinter dem Bundesschnitt von rund 30 Prozent zurück. Auch wenn das Saarland bei den gebunden Ganztagsschulen eine Steigerung von 2,8 Prozent auf 5,7 Prozent aufweisen kann, reicht dies nicht aus, um das vorhandene Defizit in diesem Bereich auszugleichen. Der in unserer Regierungszeit neu eingeleitete Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen muss schneller fortgeführt werden und darf nicht unter die Sparkeule der Großen Koalition geraten. Diese plant lediglich bis zum Ende der Legislaturperiode einen weiteren Ausbau von 25 gebundenen Ganztagsschulen, dazu noch vorwiegend an Grundschulen. Das ist völlig unzureichend.
Damit wird es im Saarland kein echtes Wahlangebot zwischen Halbtags- und Ganztagsschulen geben. Wir benötigen einen Rechtsanspruch für die Eltern auf einen Ganztagsplatz in der Schule, so wie in der Bertelsmann-Studie gefordert. Um dies zu finanzieren, ist die Abschaffung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern durch eine Grundgesetzänderung dringend erforderlich, damit sich der Bund an Ausbau und Finanzierung der Ganztagsschulen in den Ländern beteiligen kann. Auch der im Saarland geplante massive Stellenabbau im Schulbereich, rund 600 Stellen sollen gestrichen, d.h. nicht wiederbesetzt werden, erschwert den notwendigen Ausbau der Ganztagsschulen. Gebundene Ganztagsschulen benötigen etwa 20 bis 30 Prozent mehr Lehrpersonal als Halbtagsschulen, d.h. wir können es uns eigentlich gar nicht leisten, Lehrerstellen zu streichen.
Damit das Ganztagsschulangebot weiter ausgebaut werden kann, fordern wir die Landesregierung auf, sich zum einen auf Bundesebene für die Abschaffung des Kooperationsverbotes im Schulbereich konsequent einzusetzen und zum anderen, auf den Abbau von Lehrerstellen zugunsten des Ganztagsschulausbaus komplett zu verzichten. Nur so kann im Saarland die echte Wahlfreiheit für die Eltern zwischen Halbtags- und Ganztagsschule erreicht und damit die Qualität im Schulbereich weiter verbessert werden.“

Foto by stock.xchng/Jaylopez

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