Gegen den Fachkräftemangel: Arbeitsmarkthürden für Einwanderer abbauen!

Die Grünen-Landtagsfraktion bekräftigt vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Arbeitsmarktsituation von Flüchtlingen ihre Forderung nach einem modernen Einwanderungsgesetz. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Klaus Kessler:

„Zahlreiche Flüchtlinge, die Schutz in unserem Land suchen, sind hoch qualifiziert. Unser humanitärer Auftrag kann nicht alleine darin bestehen, ihnen Zuflucht zu gewähren. Damit ihnen ein Neubeginn in unserem Land gelingen kann, müssen wir sie erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren. Dies ist auch entscheidend, um dem demografischen Wandel und in diesem Zuge auch dem Fachkräftemangel zu begegnen. Alleine die Unternehmen im Saarland schätzen, dass sie bis zum Jahr 2030 auf 45.000 Zuwanderer angewiesen sein werden.

Damit Zuwanderer erfolgreich in den deutschen Arbeitsmarkt eintreten können, müssen die hohen bürokratischen Hürden gesenkt werden. Grundlage hierfür muss ein modernes Einwanderungsgesetz sein mit dem Ziel, Visaverfahren zu vereinfachen und die Anerkennung ausländischer Berufs- und Bildungsabschlüsse zu erleichtern. Auch den Vorstoß der Bundesagentur für Arbeit, das System der sogenannten Bluecard für qualifizierte Flüchtlinge zu öffnen, halten wir für einen wichtigen Schritt, um diese Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Wir fordern zudem die Schaffung eines zusätzlichen Einwanderungsmodells nach einem Punktesystem, um die Zuwanderung zu regeln und auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedürfnisse abzustimmen. Die Grundlage eines solchen Punktekatalogs muss eine quantitative und qualitative Bedarfsanalyse sein, die sich nicht an reinen Unternehmensinteressen orientiert. Es müssen darin auch humanitäre und sozialpolitische Aspekte geregelt werden.

Darüber hinaus brauchen wir endlich eine humane Regelung für den Familiennachzug von Zuwanderern. Es muss diesen Menschen in einem schnellen und unkomplizierten Verfahren möglich gemacht werden, ihre Familienangehörigen auch ohne Sprachtest im Herkunftsland in die Bundesrepublik zu holen.“

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