Gegen Tierversuche: Land muss Entwicklung pharmazeutischer Alternativmethoden fördern

Zur weiter steigenden Zahl an Tierversuchen im Saarland erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Es ist unser verfassungsgemäßer Auftrag, Tiere als Mitgeschöpfe zu achten und zu schützen und ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Der Tierschutz ist im Grundgesetz als Staatsziel formuliert. Es muss also auch unser Bestreben sein, die Zahl der Tierversuche zu minimieren. Doch zeigt die Landesregierung in dieser Frage bislang keine Bemühungen und räumt gegenüber dem Saarländischen Rundfunk sogar ein, dass es „keine Maßnahmen“ gibt, „um die Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch zu fördern“ (sr.de, 06.11.2016).

Solche Aussagen sind gleichsam ein Armutszeugnis für Umweltminister Reinhold Jost, der sich kürzlich von den Medien selbst als Tierschutzminister hatte betiteln lassen. Dieser Funktion wird er jedoch keinesfalls gerecht. Die Zahlen sprechen für sich: Alleine 2015 wurden 26.000 Tierversuche im Saarland durchgeführt. Seit 2013 steigt die Zahl der Versuche kontinuierlich.

Dabei zweifeln Wissenschaftler den Sinn vieler Tierversuche seit Langem an. Häufig sind die dadurch erzielten medizinischen Forschungsergebnisse nicht verlässlich auf den Menschen zu übertragen. Wir fordern daher von der Landesregierung und im Besonderen von ‚Tierschutzminister‘ Jost, endlich die Erforschung von pharmazeutischen Alternativmethoden zu fördern. Die Landesregierung muss Kooperationen mit Tierschutzverbänden und Forschungseinrichtungen eingehen, Forschungsprojekte anstoßen und diese mit Landesmitteln unterstützen. Wissenschaftlicher Fortschritt und Tierschutz dürfen sich nicht ausschließen.“

Print Friendly, PDF & Email