Geplante Aufstockung des Lehrpersonals nur erster Schritt – Mehr Stellen für kleinere Klassen nötig

Die Landesregierung plant, im Bereich des Lehrpersonals bis Februar 2016 insgesamt bis zu 130 neue Stellen zu schaffen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Dass die Landesregierung nun endlich einlenkt und den Weg für die dringend benötigte Stellenaufstockung im Lehrerbereich frei macht, ist ein erster richtiger Schritt. Alleine dabei darf es jedoch nicht bleiben. Denn mit 130 zusätzlichen Stellen kann lediglich die mobile Lehrerreserve, die bereits vollständig zur Bildung neuer Klassen eingesetzt wurde, wieder aufgebaut werden. Insofern wird nur der alte Personalstand der Lehrerfeuerwehr wiederhergestellt. Das ist per se noch keine Verbesserung im Hinblick auf die besonderen Herausforderungen durch die Flüchtlingssituation.

Fakt ist, dass durch die Flüchtlingskinder, die eingeschult werden, die Heterogenität in den Schulen deutlich zunimmt. Wir haben nun viel mehr Schülerinnen und Schüler im System, die nicht Deutsch sprechen und womöglich traumatisiert sind. Dies muss bei der Klassenbildung berücksichtigt werden. Das heißt, für Klassen mit Flüchtlingskindern muss der Klassenteiler deutlich abgesenkt werden, damit alle Kinder ausreichend gefördert werden und es zu keinen Benachteiligungen kommt. Für die Grundschulen muss dies bedeuten, dass hier höchstens 20 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse sein dürfen.

Wir fordern daher eine Korrektur des Stellenplans mit dem Ziel, über die angekündigten 130 zusätzlichen Lehrerstellen hinaus weitere 100 bis Februar 2016 zu schaffen. Darüber hinaus muss die Landesregierung den Bereich der Schulsozialarbeit deutlich stärken. Hierüber hat sie bislang keinerlei Aussage getroffen. Wir fordern, zumindest an jeder größeren Grundschule und an allen Gemeinschaftsschulen dauerhaft Schulsozialarbeiter einzusetzen, zumal ein Großteil der Flüchtlingskinder diese Schulen besucht.“

 

 

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