Grenzüberschreitenden Nahverkehr stärken – Stadtbahn-Verbindung nach Forbach umsetzen!

Die Grünen-Landtagsfraktion fordert von der Landesregierung, in Kooperation mit Frankreich eine Stadtbahn-Verbindung (Tram-Train) über Saarbrücken und Forbach zu verwirklichen. Sie bringt einen entsprechenden Antrag in die kommende Plenarsitzung am 18. Mai ein. Hierzu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Täglich durchqueren den Großraum Saar-Moselle zahlreiche Pendler sowie Bürgerinnen und Bürger auf Einkaufs- oder Freizeitfahrten. Besonders die Strecke zwischen Saarbrücken und Forbach ist stark frequentiert. Aus diesem Grund gab der Eurodistrict Saar-Moselle im Jahr 2014 eine Studie in Auftrag, die die Möglichkeit einer Straßenbahnverbindung (Tram-Train) zwischen den beiden Städten prüfen sollte. Das Ergebnis fiel positiv aus und wurde dem Europaausschuss des Landtags im November 2015 präsentiert.

Demnach würden sich durch eine solche Tram-Train-Verbindung sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile ergeben. Zum einen könnten zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Frankreich, die täglich mit dem Auto ins Saarland pendeln, auf die Bahn ausweichen. Dadurch würde der Individualverkehr deutlich abnehmen. Zum anderen hat die Studie ergeben, dass Immobilien im Umfeld der Strecke deutlich aufgewertet würden. Dadurch könnten letztlich rund 5.800 Arbeitsplätze auf dem Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungssektor geschaffen werden. Außerdem würde der hiesige Einzelhandel von mehr Besuchern aus Frankreich profitieren.

Die Landesregierung ist jedoch gerade dabei, diese große Chance zur Stärkung des grenzüberschreitenden Nahverkehrs und der Wirtschaft verstreichen zu lassen. Denn wie heute im Verkehrsausschuss auf Nachfrage unserer Fraktion bekannt wurde, hat sie keinerlei Ahnung über den Planungsstand oder mögliche EU-Fördermittel für das Projekt. Dabei wurden diese bereits vom Eurodistrict im Europaausschuss vorgestellt. Demnach können bis zu 80 Prozent der Projektkosten durch EU-Fördermittel abgegolten werden unter der Voraussetzung, dass sie bis zum Jahr 2023 abgerechnet werden. Die übrigen Kosten würden zwischen Deutschland und Frankreich aufgeteilt. Damit bliebe ein überschaubarer Eigenfinanzierungsanteil übrig, der angesichts des großen wirtschaftlichen Potenzials der Strecke eine sinnvolle Investition darstellen würde.

Wir fordern daher in unserem Plenarantrag von der Landesregierung, zusammen mit allen Entscheidungsträgern schnellstmöglich ein Finanzierungskonzept zur Realisierung einer Tram-Train in der Region Saar-Moselle zu erarbeiten und alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, um das Projekt umzusetzen.“

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