Grubenwasserhaltung: Landesregierung nimmt Ängste der Bevölkerung nicht ernst

Die IGAB Saar hat in der vergangenen Woche in einer öffentlichen Veranstaltung über mögliche Risiken der RAG-Planung zur Flutung der Grubenschächte informiert. Hieran nahmen weder die eingeladenen zuständigen Minister noch ihre Staatssekretäre in Vertretung teil. Hierzu erklärt der Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Das Fehlen von Ministerin Rehlinger und Minister Jost ist ein Armutszeugnis für die Landesregierung. Selbst wenn tatsächlich beide selber terminlich verhindert gewesen sein sollten, hätte zumindest einer ihrer Staatssekretäre an der Veranstaltung teilnehmen können. Offenbar ist das Thema der Landesregierung aber nicht wichtig genug. Die Bürgerinnen und Bürger werden mit ihren Befürchtungen und Ängsten mal wieder alleine gelassen. Das war in der Vergangenheit bereits bei den bergbaubedingten Beben so und setzt sich jetzt bei den Auswirkungen der RAG-Planung zur Flutung der Schächte nahtlos fort. Die Experten haben in der Veranstaltung auf mögliche Risiken wie Vernässung, Hebungen, Senkungen und Schiefstände von Gebäuden hingewiesen. Wir fordern, dass die Landesregierung die berechtigten Ängste und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt!“

Hintergrund:

Die RAG AG hat Ende Februar ihr Grubenwasserhaltungskonzept vorgelegt. Dieses sieht eine komplette Einstellung der Pumpaktivitäten und einen kompletten Anstieg des Grubenwassers vor. Dieses Konzept beruht zum jetzigen Zeitpunkt ausschließlich auf Bewertungen aus der RAG AG selbst und auf Erfahrungen aus dem französischen Warndt. Gutachten hat die RAG AG hierzu noch nicht vorgelegt.

Ursprünglich ist die RAG AG von einer ewigen Grubenwasserhaltung ausgegangen. Mit Blick auf die Risiken wie Ausgasungen, Erschütterungen, Tagesbrüche und vor allem Trinkwasserverunreinigungen wollte man von einer Einstellung der Pumpaktivitäten absehen. Einen Anstieg des Grubenwassers um 500 Meter wurde jedoch als unkritisch und wirtschaftlich sinnvoll eingestuft. Auch diese Annahme beruht auf Einschätzungen aus der RAG AG selbst.

Wir fordern von der Landesregierung, eigene wissenschaftliche Gutachten zur Grubenwasserproblematik einzuholen.

Print Friendly, PDF & Email