Grüne begrüßen Ausweitung der Sperrgebiete warnen vor negativen Auswirkungen für die betroffenen Frauen

Grüne begrüßen Ausweitung der Sperrgebiete warnen vor negativen Auswirkungen für die betroffenen Frauen

Anlässlich des heutigen Kabinettsbeschluss zur Eindämmung der Prostitution im Saarland erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die heute vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen zur Beschränkung der Prostitution im städtischen Bereich gehen in die richtige Richtung. Für uns ist wichtig, dass die schutzwürdigen Belange der Bevölkerung beachtet werden, ohne dass sich die sozialen Belange der Prostituierten verschlechtern. Aus diesem Grund begrüßen wir die geplante Ausweitung des Sperrgebiets, geben aber zu bedenken, dass vor allem die Zulassung des Deutschmühlentals eine für Prostituierte nicht zu unterschätzende Gefahr durch ein unübersichtliches Gelände ohne Beleuchtung darstellt. Ein kontrollierbares Gebiet in einem geschützten Rahmen wäre hier eine sinnvollere Maßnahme.

Des Weiteren besteht die Gefahr, dass sich Prostituierte vermehrt in Wohnungen zurück ziehen. Vor allem Hilfsorganisationen warnen in diesem Zusammenhang vor einer deutlichen Erschwernis für soziale Einrichtungen, Betroffene durch die sogenannte unsichtbare Wohnungsprostitution zu erreichen.

Die jetzt verabschiedeten Maßnahmen erfordern permanente Kontrollen, um das berechtigte Ziel, die vor allem in Saarbrücken ausufernde Prostitution einzuschränken und in geordnete Bahnen zu lenken, auch dauerhaft zu erreichen. Wie jedoch die geplante „Kondompflicht“ kontrolliert werden soll, ist besonders fraglich. Für uns steht fest, dass die betroffenen Frauen nicht weiter kriminalisiert und in die Illegalität gedrängt werden dürfen. Wir werden uns im nächsten Innen- und Sozialausschuss über die Pläne der Landesregierung berichten lassen. Es bedarf eines ausgewogenen Gesamtkonzepts um sowohl die Bevölkerung als auch die Prostituierten zu schützen aber auch die Freier in eine stärkere Verantwortung zu nehmen.“

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