Grüne kritisieren Einsparungen der Landesregierung im Bildungsbereich

Studie und Präsentation der Umfrageergebnisse zur Kinderarmut des Kinderhilfswerks

Die Grünen im Saarland sehen sich in ihrer Kritik an den unzureichenden Maßnahmen der Landesregierung zur Bekämpfung der Kinderarmut bestätigt. Bereits in der vergangenen Woche hat eine Studie der Hans Böckler Stiftung darauf hingewiesen, dass das Armutsrisiko für Kinder im Saarland höher als im Bundesdurchschnitt liegt. Demnach ist im Saarland jedes 5. Kind von Armut bedroht.

In diesem Zusammenhang kritisiert Klaus Kessler, bildungspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, die Sparpolitik der saarländischen Landesregierung im Bildungs- und Sozialbereich:

„Es ist ein völlig falscher Weg angesichts der festgestellten Kinderarmut, neue Gebühren an der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) einzuführen und bereits bestehende Gebühren zu erhöhen. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Diese Situation wird noch dadurch verschärft, dass die gebührenfreie Gebundene Ganztagsschule (GGTS) nicht in dem Maße ausgebaut wird, wie es notwendig wäre, um die Bildungschancen armer Familien von der sozialen Herkunft zu entkoppeln. Des Weiteren ist die Finanzierung der wichtigen Schulsozialarbeit an den Gebundenen Ganztagsschulen nicht gesichert. Die Lehrkräfte benötigen dringend sozialpädagogische Unterstützung, um auch außerhalb des Unterrichtes pädagogisch wirken zu können.

Im frühkindlichen Bereich verschlechtert die Landesregierung durch eine Erhöhung der Gruppengröße die Qualität in den Kindertagesstätten. Das geht immer auf Kosten der sozial schwachen Kinder, die mehr persönliche Betreuung und Zuwendung benötigen. Im Grunde brauchen wir für den frühkindlichen Bereich und den Ausbau der Ganztagsschulen ein neues Bundesinvestitionsprogramm. Zumindest für den Schulbereich muss dazu das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern dringend abgeschafft werden. Besonders enttäuschend ist, dass sich die Große Koalition im Bund nicht auf die längst überfällige Abschaffung des Kooperationsverbotes einigen konnte.“

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