Grüne stellen Anfrage zu Gründen für Beibehaltung der Fuchsjagd

Grüne stellen Anfrage zu Gründen für Beibehaltung der Fuchsjagd

Die Grünen-Landtagsfraktion hat eine Anfrage an die Landesregierung zu den Themen Fuchsjagd und Fuchsschonzeit gestellt. Sie will in Erfahrung bringen, weshalb die Landesregierung die Fuchsschonzeit verkürzt hat und generell weiterhin an der Fuchsjagd festhält. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende, Hubert Ulrich:

„Die Fuchsjagd hat keinen regulierenden Einfluss auf die Fuchspopulation. Dies haben wissenschaftliche Studien hinlänglich gezeigt. Aus diesem Grund hat Luxemburg im April 2015 die Fuchsjagd zunächst für die Dauer von einem Jahr verboten, um im Anschluss eine Bestandsaufnahme zu machen. Man sah auch in Bezug auf die verschwindend gering gewordene Gefahr durch Tollwut oder den Fuchsbandwurm keine Legitimation für die Tötung von Füchsen mehr.

Die Landesregierung im Saarland hält an der Fuchsjagd dennoch fest. Mit einer Änderung des saarländischen Jagdgesetzes im April 2014 hat sie sogar die im Jahr 2010 eingeführte und auf sechs Monate festgelegte Fuchsschonzeit wieder verkürzt. So ist die Jagd demnach lediglich noch vom 1. März bis 30. Juni verboten, was dazu führt, dass bereits sehr junge Füchse der Jagd zum Opfer fallen können. Diese Gesetzesänderung entbehrte zudem jeglicher Grundlage. Denn wie die Landesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage unserer Fraktion im Jahr 2013 eingeräumt hat, lagen ihr bis dato keine Daten zur Entwicklung der Fuchsbestandszahlen seit Einführung der Schonzeit vor.

Wir wollen von der Landesregierung in Erfahrung bringen, auf Basis welcher wissenschaftlichen Kriterien sie weiterhin für eine Beibehaltung der Fuchsjagd argumentiert. Sie muss außerdem darlegen, ob ihr zwischenzeitlich Daten über die Entwicklung der Population seit Einführung der Schonzeit vorliegen. Falls dem nicht so ist, muss die Landesregierung eine Erklärung dafür liefern, auf welcher Grundlage sie von einem regulierenden Effekt auf die Bestandszahlen ausgeht.“

Link zur Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

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