Grüne fassungslos über leichtfertiges Urteil der Atomaufsicht zum AKW Cattenom

Anlässlich der Stellungnahme der französischen Atomaufsicht ASN zur Pannenhäufigkeit im AKW Cattenom erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, Simone Peter:

„Mit Fassungslosigkeit haben wir die Aussage der ASN entgegen genommen, dass das AKW Cattenom nicht pannenanfälliger sei als andere AKW in Frankreich. In Cattenom sind bisher rund 800 Störfälle registriert worden, die ASN hat alleine im letzten Jahr im Durchschnitt vier Pannen pro Monat dokumentiert und der Stresstest hat erhebliche grundsätzliche Sicherheitsmängel attestiert: In sieben von zehn untersuchten Kategorien wurden Mängel festgestellt. Mit am gravierendsten ist die mangelnde Absicherung gegen äußere Ereignisse wie Flugzeugabstürze, Überflutungen und Erdbeben. Damit ist das AKW Cattenom noch unsicherer als das AKW Fessenheim, das im Jahr 2016 vom Netz gehen soll.

Wenn der ASN-Direktor nun behauptet, dass die vier Meiler von Cattenom nicht pannenanfälliger als die restlichen 54 französischen seien und im Mittelfeld bei Betrieb und Pannen liegen, dann erhärtet sich der Verdacht, dass die ASN nicht unabhängig, sondern im Dienste des Betreibers EdF arbeitet. Dies hatte der Stresstestbeauftragte und Nuklearexperte Dieter Majer nach seinen Erfahrungen mit der Behörde mehrfach betont. Dem AKW Cattenom wurde im EU-Stresstest bescheinigt, dass es von einer bestmöglichen Schadensvorsorge weit entfernt sei, weshalb Majer den Entzug der Betriebsgenehmigung gefordert hatte. Die Landesregierung darf sich durch die angekündigten Nachbesserungen, die viel zu spät und zu wenig umfassend erfolgen, nun nicht blenden lassen, sondern muss weiterhin mit Luxemburg und Rheinland-Pfalz auf die schnellstmögliche Abschaltung hinwirken!“

Foto: wikipedia.de

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