Grüne kritisieren Gebühren für Hausaufgabenbetreuung an Ganztagsschulen

Im Rahmen der Diskussion über die Notwendigkeit von Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen kritisieren die Grünen im saarländischen Landtag die Bildungspolitik der Landesregierung wegen der Neueinführung von Gebühren in den kurzen Gruppen der Freiwilligen Ganztagschulen zum kommenden Schuljahr. Fraktionsvorsitzender Hubert Ulrich erklärt dazu:

“Wissenschaftlich ist längst erwiesen, dass Hausaufgaben dann eine starke selektive Funktion haben, wenn diese nur mit massiver Unterstützung des Elternhauses bewältigt werden können. Das benachteiligt bildungsferne Schichten, belastet die Eltern, führt zudem zu familiären Konflikten und zementiert letztendlich die vorhandene soziale Ungleichheit. Am besten lassen sich Hausaufgaben als Schulaufgaben in Ganztagsschulen integrieren. Wichtig dabei ist, dass Schüler nicht allein gelassen werden, wenn sie Fragen oder Probleme haben. Als Ansprechpartner sollten dazu auch Lehrer zur Verfügung stehen, wie das auch an den meisten Ganztagsschulen des Saarlandes – das sind Freiwilligen Ganztagsschulen – der Fall ist. Doch dafür verlangt die Landesregierung unter Verantwortung eines sozialdemokratischen Bildungsministers ab dem nächsten Schuljahr Gebühren in Höhe von 30 Euro monatlich. Unter grüner Regierungsbeteiligung und Bildungsverantwortung hat es das nicht gegeben. Die kurzen Gruppen, in denen die Hausaufgabenbetreuung stattfand, waren für die Eltern gebührenfrei. Die Große Koalition macht Bildung jetzt wieder stärker vom Geldbeutel der Eltern abhängig und verschärft dadurch die soziale Selektion in der Schule. Ein völlig falscher Weg angesichts des Fachkräftemangels und der Notwendigkeit alle Talente und Begabungen in Zukunft zu fördern. Die Einführung von Gebühren für die kurzen Gruppen und die Erhöhung der Gebühren für die langen Gruppen der FGTS sind nichts anderes als Sparmaßnahmen der Landesregierung im Bildungsbereich zur Sanierung des Landeshaushaltes. Das geht auf Kosten der sozial Schwachen und der Zukunftsfähigkeit des Landes und wird von uns abgelehnt.“

Print Friendly, PDF & Email