Grüne: Mangelhafte Sicherheitskultur im AKW Cattenom nicht länger hinnehmbar – Stilllegung verhandeln!

Anlässlich des schweren Unfalls, der sich gestern Nachmittag im AKW Cattenom ereignet hat und bei dem zwei Personen starben und ein dritter schwer verletzt wurde, erklärt die umweltpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Simone Peter:

„Das AKW Cattenom ist nicht nur eine ständige atomare Bedrohung für die umliegende Bevölkerung, sondern stellt auch eine permanente Gefahr für Leib und Leben der Arbeiter vor Ort dar. Dieser schreckliche Arbeitsunfall, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen und einer schwer verletzt wurde, reiht sich in eine Kette von Arbeitsunfällen in diesem Unglücksreaktor ein. Anfang des Jahres 2011 wurden innerhalb einer Woche drei Arbeiter von Fremdfirmen radioaktiv verstrahlt. Dabei hatte ein Gerüstbauer radioaktives Kobalt 60 aufgenommen und kurz darauf lösten zwei Arbeiter beim Verlassen des Sicherheitsbereichs radioaktiven Alarm aus, von denen ebenfalls einer Radioaktivität aufgenommen hatte und ein anderer äußerlich kontaminiert war. Auch in den Vorjahren, z.B. 2010, 2008 und 2005, kam es immer wieder zu Kontaminierungen von Arbeitern.

Hunderte von Stör- und Zwischenfällen sowie das katastrophale Stresstestergebnis zeugen von eklatanten Sicherheitslücken in diesem AKW; aber auch die Gefährdung und Verletzung von Arbeitern bei Wartungsarbeiten sprechen für ein laxes Sicherheitsverständnis des Kraftwerksbetreibers. Sogar die zuständige Behörde ASN kritisierte immer wieder die mangelhafte Sicherheitskultur in Cattenom. Dieses Kraftwerk muss deshalb endlich vom Netz, der Weiterbetrieb darf nicht mit Milliardeninvestitionen legitimiert werden. Landesregierung und Bundesumweltminister Altmaier müssen zusammen mit den anderen Mitgliedern der Großregion alle Möglichkeiten nutzen, um mit Frankreich die Abschaltung des AKW Cattenom zu verhandeln! Solange das Kraftwerk noch in Betrieb ist, wollen wir einen besseren Schutz vor dieser Hochrisikotechnologie. Wir haben deshalb gestern im Innenausschuss anlässlich des von uns beantragten Berichts über die Katastrophenschutzübung zum AKW Cattenom im Jahr 2012 wiederholt gefordert, dass eine Ausweitung der 25 Kilometer-Evakuierungszone angesichts der Erfahrungen von Tschernobyl und Fukushima dringend geboten ist und auch die Jodtablettenversorgung auf den Prüfstand gehört.“

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