Grüne: Pflegenotstand verhindern, Pflegeberufe attraktiver machen

Zu den vorliegenden Ergebnissen der Bertelsmann-Studie, nach der für das Jahr 2030 in allen Bundesländern ein erheblicher Mangel an Pflegekräften bevorsteht, erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Simone Peter:

„Die Studie belegt erneut, dass wir umfassende Maßnahmen gegen den drohenden Pflegenotstand ergreifen müssen. Bis zum Jahr 2030 sollen demnach bundesweit rund eine halbe Million Vollzeit-Kräfte in der Pflege fehlen. Gleichzeitig wird die Anzahl der Menschen, die auf Pflegeleistungen angewiesen sind erheblich steigen, auf ca. dreieinhalb Millionen. Gerade im Saarland, das dem demografischen Wandel besonders ausgesetzt ist, wächst der Dienstleistungsbedarf im Bereich der Gesundheit und speziell der Pflege rapide. Im Saarland wird es einen Zuwachs von derzeit 30.000 Pflegebedürftigen auf 40.000 geben. Diese Entwicklung zeichnet sich bereits seit längerem ab, nun gilt es, die nötigen Schritte schnellstmöglich einzuleiten, um das Schlimmste zu verhindern.

Bereits heute stehen uns zu wenige Fachkräfte zur Verfügung. Diese angespannte Lage wird sich in den kommenden Jahren noch weiter zuspitzen, wenn wir nicht massiv entgegensteuern. Bis 2030 werden allein im Saarland 4800 Fachkräfte fehlen, davon 1100 in der ambulanten und 3700 in der stationären Pflege. Wir brauchen daher dringend eine Aus- und Weiterbildungsoffensive im Bereich der Pflege, um die nötigen Fachkräfte heranzubilden. Deshalb fordern wir ein integrativ gestuftes Ausbildungssystem für die Alten-, Kinder-, Gesundheits- und Krankenpflege, ein durchlässiges und modular aufgebautes Aus- und Weiterbildungssystem mit einem einheitlichen Anerkennungsverfahren und eine solide Ausbildungsfinanzierung. Im Bereich der Altenpflege soll schnellstmöglich bundesweit eine Ausbildungsumlage eingeführt werden, wie dies im Saarland bereits erfolgreich praktiziert wird. Seit der Einführung haben sich die Ausbildungszahlen erheblich verbessert. Darüber hinaus brauchen wir endlich eine angemessene Entlohnung der Pflegerinnen und Pfleger, um die hohen Arbeitsbelastungen fair zu vergüten und den Beruf attraktiver für Auszubildende zu machen. Zur nachhaltigen Finanzierung einer besseren Pflege schlagen wir eine solidarische Pflege-Bürgerversicherung vor.“

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