Grüne unterstützen NABU-Forderung nach modernem, naturgerechtem Jagdgesetz

Der NABU Saarland hat die saarländische Landesregierung aufgefordert, eine Änderung des Jagdgesetzes und der Jagdhundeausbildung vorzunehmen. Hierzu erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Simone Peter:

„Eine Novelle des Saarländischen Jagdgesetzes lässt schon viel zu lange auf sich warten! Der von der Jamaika-Regierung im Jahr 2011 vorgelegte und mit allen Akteuren diskutierte Entwurf für ein neues Jagdgesetz könnte von der großen Koalition im Saarland eins zu eins übernommen und verabschiedet werden. Tier- und Naturschutz haben erheblich an Bedeutung gewonnen, weshalb bei der Jagd dringend neue wildbiologische und jagdpraktische Erkenntnisse zur Anwendung kommen müssen. Um die gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd zu verbessern, muss das Jagdrecht an dem vernünftigen Grund zur Erlegung der jagdbaren Tiere ausgerichtet sein und die Eigenverantwortung der Grundflächenbesitzer sowie der Jagdausübungsberechtigten gestärkt werden. Zu den wesentlichen Aufgaben der Jagd zählt der Schutz des Wildes und der Erhalt sowie die Entwicklung seiner Lebensräume, aber auch die Vermeidung von Schäden in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Der aktuelle Waldschadensbericht hat wiederholt deutlich gemacht, dass Jungwald stark an Wildverbiss leidet und dies einem arten- und ertragreichen Wald entgegen steht. Die Landesregierung solle also bald ein Jagdgesetz vorlegen, das den Tierschutz wahrt, auf die Vermeidung von Wildschäden setzt, moderne Bejagungsmethoden vorschreibt, die Eigenverantwortung der Grundflächeneigentümer sowie der Jägerinnen und Jäger stärkt sowie Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit und jagdliche Umweltbildung voran bringt.

Dazu muss – wie bereits bei der Vorstellung der Jagdgesetznovelle im Jahr 2011 als Kernpunkte aufgeführt – die Liste der Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, artenscharf gefasst und unter Beachtung von artenschutzrechtlichen Vorgaben sowie der jagdlichen Bedeutung für das Saarland überarbeitet werden. Die sachlichen Verbote bei der Jagdausübung sollen im Interesse des Tierschutzes, der Umwelt, der Bekämpfung von Tierseuchen sowie einer effizienten Jagdausübung weiterentwickelt werden. Deshalb müssen die gezielte Baujagd und die Fangjagd endlich verboten werden. Auch die Ausbildung von Jagdhunden an der lebenden, flugunfähigen Ente und am lebenden Fuchs in Schliefanlagen (künstlicher Fuchsbau) gehört abgeschafft. Ein Verbot des Haustierabschusses trägt den Forderungen des Tierschutzes zudem Rechnung. Der Schutz des Wildes vor unnötigen Leiden und Schmerzen wird durch Regelungen für das Auffinden von krankem oder verletztem Wild, durch eine verbindlichere Regelung der Wildfolge sowie durch Bestimmungen zur Regelung der Jagdhundeausbildung sichergestellt. Ein Nachweis der Schießfähigkeit für die Teilnahme an Bewegungsjagden soll Verwundungen durch schlechte Schüsse vermeiden helfen. Die Jagdpacht wird durch Verkürzung der Mindestpachtdauer, die Aufhebung der Beschränkung der Jagderlaubnisscheine und durch die Einführung der Pachtfähigkeit von Jagdvereinen gefördert. Der Wegfall entgeltlicher Jagderlaubnisscheine trägt ebenfalls zur Vereinfachung bei. Sollte die Landesregierung keine umfassende Jagdrechtsnovelle anstreben, werden wir zeitnah den Jamaika-Gesetzentwurf in den Landtag einbringen.“

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