Grüne warnen vor Qualitätsverschlechterung in der Kita – Betreuung

Nach der neuesten Veröffentlichung der Bertelsmann Studie zur Qualität in der frühkindlichen Bildung, die sich auf den Stichtag 1. März 2012 bezieht, hat das Saarland einen sehr guten Personalschlüssel für die Krippengruppen der Kinder unter drei Jahren. Dieser liegt im Ländervergleich mit 3,4 zu betreuenden Kindern pro Vollzeitkraft deutlich besser als der Bundesdurchschnitt mit 4,5 Kindern pro Erzieherin.

Dazu erklärt der Grünen Fraktionsvorsitzende im saarländischen Landtag, Hubert Ulrich: “Diese gute Betreuungsrelation ist ein Erfolg der Vorgängerregierung und ein Verdienst des ehemals grün geführten Bildungsministeriums. Aus der Bertelsmann Studie geht hervor, dass das Saarland nach Bremen und Baden – Württemberg die drittbeste Betreuungsrelation für die unter Dreijährigen aller Bundesländer hat. Der Betreuungsschlüssel ist ein Qualitätsmerkmal in der frühkindlichen Bildung. Für die Förderung der sprachlich – kognitiven sowie der sozialen Entwicklung der Kleinkinder ist es wichtig, dass eine Erzieherin nicht zu viele Kinder zu betreuen hat. Das gilt auch für die altersgemischten Gruppen, in denen Zweijährige mit Kindergartenkindern zusammen betreut werden. Hier liegt das Saarland nach Bertelsmann mit einem Personalschlüssel von 8,6 unter dem Bundesdurchschnitt von 8,1. Die Ankündigung von Bildungsminister Commercon, die Gruppengrößen in den Kitas von bislang rund 9 auf bis zu 12 Kinder pro Erzieherin zu erhöhen, ist ein völlig falscher Weg und bedeutet eine massive Qualitätsverschlechterung in der frühkindlichen Bildung des Saarlandes. Davor warnt ebenso die Bertelsmann Stiftung, insbesondere wenn die Krippengruppen mit Kindergartengruppen gemischt werden. Sollte es im Saarland zukünftig Gruppengrößen von bis zu 12 Kindern pro Erzieherin geben, werden wir im Bundesländervergleich demnächst den letzten Platz einnehmen. Wir Grüne lehnen solche Sparmaßnahmen in frühkindlichen Bildung ebenso ab wie Qualitätsverschlechterungen auf Kosten des Betreuungspersonals und der Bildungsgerechtigkeit.“

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