Gymnasien brauchen kleinere Klassen und verbindliche Förderprogramme – Sitzenbleiben abschaffen!

Zu dem von Bildungsminister Commerçon angekündigten Förderprogramm für Gymnasien erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wir halten das vom Bildungsminister angekündigte Projekt für unzureichend, um flächendeckend eine bessere Förderung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten. Eigentlich ist es längst gang und gäbe, dass sich Schulen miteinander vernetzen und sich Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Kollegen austauschen. Vor dem Hintergrund, dass die Umsetzung dieses Projekts für die Gymnasien unverbindlich ist, halten wir dessen Nutzen eher für begrenzt.

Damit die Schülerinnen und Schüler tatsächlich von einer besseren Förderung profitieren, muss in erster Linie das Betreuungsverhältnis zwischen Schülern und Lehrern verbessert werden. Hierzu muss der Bildungsminister die Klassengrößen deutlich reduzieren und in diesem Zusammenhang auch auf den in diesem Jahr geplanten Abbau von 19 Gymnasiallehrerstellen verzichten. Zusätzlich fordern wir ein verbindliches Förderprogramm für alle Schulen im Land. Die Bildung und individuelle Förderung unserer Kinder darf nicht am Sparkurs der Landesregierung scheitern.

Darüber hinaus stellt das angekündigte Projekt keinen adäquaten Ersatz für den jetzt auslaufenden Modellversuch „Fördern statt Sitzenbleiben“ dar. Letzterer wurde von der Vorgängerregierung eingeführt. Mit ihm wurde in den gymnasialen Klassenstufen 5 und 6 das Sitzenbleiben durch Förderunterricht ersetzt. Dieses Modellprojekt hat sicherlich auch einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass die Sitzenbleiberquote an den saarländischen Gymnasien deutlich gesunken ist. Von daher halten wir es für den völlig falschen Weg, dieses Programm mit Ende des Schuljahrs auslaufen zu lassen, wie vom Bildungsminister angekündigt wurde.

Wir fordern stattdessen eine Ausweitung des Projekts „Fördern statt Sitzenbleiben“ ab dem kommenden Schuljahr auch auf die Klassenstufen 7 und 8. Andere Bundesländer haben ähnliche Modelle längst auf den Weg gebracht.“

 

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