Hausaufgabenbetreuung fällt Stellenabbau zum Opfer – Land muss mehr in Bildung investieren!

Das Bildungsministerium hat den Grundschulen ab diesem Schuljahr 550 Lehrerstunden gekürzt. Dadurch müssen die Schulen das Angebot der Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag einschränken. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich dürfen nicht dazu führen, dass Betreuungsangebote für Schülerinnen und Schüler wegfallen. Die 550 gestrichenen Lehrerstunden an Grundschulen entsprechen genau den 20 Lehrerstellen, die Bildungsminister Commerçon ab diesem Schuljahr eingespart hat. Als Folge werden die Grundschulen dazu gezwungen, die Hausaufgabenbetreuung nachmittags einzuschränken.

Die Leitragenden sind in erster Linie die Schülerinnen und Schüler. Doch auch für die Eltern sind die Sparmaßnahmen der Landesregierung ein Schlag ins Gesicht. Denn sie haben allen Grund dazu, sich betrogen zu fühlen. Die Landesregierung hat die Elternbeiträge für die freiwillige Nachmittagsbetreuung von 40 auf 60 Euro monatlich erhöht. Gleichzeitig schränkt sie das Angebot für die Schülerinnen und Schüler ein. Es ist unverschämt, dass die Landesregierung Beiträge anhebt und gleichzeitig die Qualität der Betreuung verschlechtert.

Zudem ist der Abbau der 20 Lehrerstellen gerade vor dem Hintergrund der Inklusion fatal. Die Schulen müssen ab diesem Jahr Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen aufnehmen und angemessen betreuen. Das kann aber nicht gelingen, wenn die Landesregierung immer mehr Lehrerstellen in den Sparstrumpf steckt. Der Stellenabbau steht im Widerspruch zu dem Anspruch, die Inklusion erfolgreich umzusetzen.

Der Bildungsminister darf nicht an der Ausbildung der Kinder und letztlich an deren Zukunft sparen. Wir fordern die Landesregierung auf, uns detailliert über die Kürzungen von Lehrerstunden im Bereich der Hausaufgabenbetreuung an den freiwilligen Ganztagsschulen zu berichten. Einen entsprechenden Tagesordnungspunkt haben wir für die Sitzung des Bildungsausschusses am kommenden Donnerstag beantragt (2. Oktober).“

 

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