Hochschulen als Zukunftswerkstätten begreifen – Sparkurs beenden!

Die Grünen-Landtagsfraktion fordert in einem Antrag für die kommende Plenarsitzung am 15. März einen Stopp des Sparkurses im Hochschulbereich und eine bessere Finanzausstattung für die Hochschulen. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende, Hubert Ulrich:

„Hochschulen sind zentrale Orte des Denkens, Lehrens und des Forschens. Sie bilden hervorragende Fachkräfte heran, leisten einen essentiellen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Zukunftsfähigkeit des Landes. Doch die Landesregierung ist mit ihrem unverantwortlichen Sparkurs auf dem besten Weg, den Hochschulbereich im Saarland herunterzuwirtschaften.

Alleine die jährliche Haushaltslücke der Saar-Uni beläuft sich laut Schätzung der Hochschule auf 7,5 Millionen Euro. Ein großer Teil des Defizits ist den steigenden Tarif- und Energiekosten geschuldet. Das Land übernimmt bislang lediglich Steigerungen oberhalb von 2,5 Prozent. Der Großteil, der darunter liegt, bleibt an den Hochschulen hängen. Die Folgen dieser Kahlschlagpolitik der Landesregierung sind dramatisch: Der Rückbau von Fakultäten, die Streichung von Fächern, die Einschränkung von Serviceangeboten für Studierende, Personalabbau und die Schließung des Botanischen Gartens.

Leidtragende dieser Situation sind die Studierenden sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Letztere beklagen eine extreme Arbeitsverdichtung. 82 Prozent des wissenschaftlichen Personals ist außerdem in befristeten Beschäftigungsverhältnissen angestellt, was eine langfristige Karriereplanung unmöglich macht. Zu alledem kommt noch ein erheblicher Sanierungsstau hinzu, besonders an der Saar-Uni. Dieser beläuft sich inzwischen auf mehr als 400 Millionen Euro.

Dieser rigide Sparkurs wird in einem nachhaltigen Attraktivitätsverlust für die saarländischen Hochschulen resultieren, falls nicht endlich gegengesteuert wird. Wir fordern daher, die finanzielle Grundausstattung der Hochschulen zu verbessern und sie mit mindestens zehn Millionen Euro mehr pro Jahr auszustatten. Darüber hinaus muss das Land künftig alle Tarif- und Energiekostensteigerungen übernehmen und die Mittel im Bauhaushalt für Hochschulbaumaßnahmen aufstocken, damit der Sanierungsstau abgearbeitet werden kann.“

Link zum Antrag der Grünen-Landtagsfraktion.

 

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