Hohe Betreuungsqualität an gebundenen Ganztagsschulen: Grüne haben Grundstein für gute Personalausstattung gelegt

Zu den Ergebnissen der aktuellen Bertelsmann-Studie „Die landesseitige Ausstattung gebundener Ganztagsschulen mit personellen Ressourcen – Ein Bundesländervergleich“ erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Eine professionelle Betreuung der Schülerinnen und Schüler auch am Nachmittag und genügend zusätzliche Lernzeit sind Faktoren, die für die Qualität einer gebundenen Ganztagsschule entscheidend sind. Um gute Rahmenbedingungen an diesen Schulen zu schaffen, muss das Land ausreichend Mittel für Lehrpersonal und zusätzliche sozialpädagogische Fachkräfte bereitstellen. Es ist erfreulich zu sehen, dass das Saarland hier über dem Bundesdurchschnitt liegt und bei der Ausstattung der gebundenen Ganztagsgrundschulen sogar einen Spitzenplatz belegt. So stehen an den Grundschulen laut aktueller Bertelsmann-Studie für rund 32 Zeitstunden pro Woche pädagogische Fachkräfte zusätzlich zum normalen Unterricht bereit – und damit deutlich mehr als in jedem anderen Bundesland. Außerdem erhalten die Schülerinnen und Schüler weitere 14,2 Stunden an Extra-Lernzeit am Nachmittag.

Geschaffen wurden diese Rahmenbedingungen von der Vorgängerregierung unter Grüner Bildungsverantwortung, die den Grundstein für den Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen gelegt hat. Damals wurden die entsprechenden Eckpunkte für die Personalausstattung dieser Schulen im Lehrer- und sozialpädagogischen Bereich auf dem bis heute geltenden hohen Niveau festgeschrieben. Wie begrüßen, dass Bildungsminister Commerçon an dieser Stelle keine Kürzungen vorgenommen hat und die Schülerinnen und Schülern an gebundenen Ganztagsschulen von einem umfassenden Betreuungsangebot profitieren.

Doch was für den qualitativen Ausbau der Ganztagsschulen gilt, muss noch lange nicht für den quantitativen gelten. Und genau das ist im Saarland der Fall. Wie einer der Autoren der Bertelsmann-Studie, Dr. Dirk Zorn, gegenüber dem Saarländischen Rundfunk erklärt hat, ist das Angebot an gebundenen Ganztagsschulen hierzulande gegenüber dem Bundesdurchschnitt dürftig. So bieten lediglich acht Grundschulen im Saarland ein solches Ganztagsmodell an. An dieser Stelle muss Bildungsminister Commerçon dringend nachjustieren, zumal die Große Koalition von ihrem Ziel, bis Ende der Legislaturperiode 25 gebundene Ganztagsschulen einzurichten, noch weit entfernt ist. Wenn im nächsten Jahr wie geplant zwei weitere Einrichtungen hinzukommen, wird die Zahl erst bei 17 liegen. Dabei ist es ein ausreichend großes Angebot an gebundenen Ganztagsschulen entscheidend, um Bildungsgerechtigkeit im Land herzustellen. Denn besonders Eltern aus sozial schwächeren Verhältnissen wünschen sich mehr pädagogische Unterstützung für ihre Kinder seitens der Schule.“

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