Hohe Feinstaubbelastung im Saarland und in Lothringen – Was sind die Ursachen?

Die Grünen-Landtagsfraktion hat eine Anfrage an die Landesregierung zum Thema Feinstaubbelastung gerichtet. Darin sollen unter anderem die Ursachen für die aktuell hohe Belastung benannt und die Emissionsquellen aufgeschlüsselt werden. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Erst kürzlich wurde berichtet, dass die Feinstaubbelastung in der Region Lothringen den EU-weit geltenden Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (Tagesrichtwert) überschritten hat. Auch im Saarlouiser Stadtteil Fraulautern habe die Feinstaubbelastung alleine in diesem Monat bereits viermal über dem Grenzwert gelegen. Feinstaub entsteht unter anderem bei Verbrennungsprozessen. In größeren Mengen können die Partikel gesundheitsschädigende Wirkungen haben, die von Schleimhautreizungen über Entzündungen in der Luftröhre oder den Bronchien bis hin zu einer erhöhten Thromboseneigung reichen.

Das Umweltbundesamt führt die aktuell hohe Belastung in manchen Regionen Mitteleuropas auf die Wetterlage zurück. Durch die milden Temperaturen sammle sich vermehrt Feinstaub in den unteren Luftschichten. Das jedoch sagt nichts über die verschiedenen Quellen für die Feinstaubbelastung aus. Beispielsweise haben Messungen des Messnetzes Air Lorraine gezeigt, dass in der Nähe der Chemieplattform in Carling an manchen Tagen Feinstaubwerte von bis zu 300 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft auftreten.

Wir haben vor diesem Hintergrund eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Darin muss sie aufschlüsseln, zu welchen Anteilen die Feinstaubbelastung im Saarland auf die verschiedenen Verursacher (Verkehr, Industrie, Kraftwerke) zurückzuführen ist und welche Maßnahmen sie zur Reduzierung der Feinstaubbelastung ergreift. Auch fordern wir Auskunft darüber, wie sich die Feinstaubemissionen hierzulande an den verschiedenen Mess-Standorten in den vergangenen fünf Jahren entwickelt haben und ob die Einrichtung weiterer Messstationen geplant ist. Schließlich soll die Landesregierung darlegen, wie sie das gesundheitliche Risiko für die Bürgerinnen und Bürger bei kurzzeitigen Feinstaub-Emissionsspitzen einschätzt.“

Link zur Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

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