Hohe Keimbelastung in der Saar: Landesregierung muss Ursachen auf den Grund gehen

Vor einigen Tagen hat das Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken eine erhöhte Zahl gefährlicher Coli-Bakterien und Enterokokken in der Saar nachgewiesen. Unklar ist nach wie vor, auf was diese Kontamination zurückzuführen ist. Die Grünen-Landtagsfraktion richtet nun in diesem Zusammenhang eine Anfrage an die Landesregierung zu der hygienischen Belastung der Saar. Hierzu erklärt der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Noch immer rätseln die zuständigen Experten darüber, auf was die extreme Belastung der Saar mit krankheitserregenden Coli-Bakterien und Enterokokken zurückzuführen ist. Möglicherweise könnten die Keime das Wasser durch ein Überlaufen von Kläranlagen infolge des Starkregens in der vergangenen Woche kontaminiert haben. Dies wäre kein Einzelfall: So gibt es beispielsweise seit Längerem schon in der Nied Hinweise darauf, dass Fäkalien über die Regenüberläufe von Kläranlagen ins Gewässer gelangt sind.

Wir wollen daher von der Landesregierung wissen, wie sich der hygienische Zustand der Saar seit dem Bau der großen Kläranlagen ab dem Jahr 1990 entwickelt hat, und welche Maßnahmen zur Reduzierung der Keimbelastung in Gewässern ergriffen werden. Außerdem muss geklärt werden, wie viele Regenentlastungsbauten es im Einzugsgebiet der Saar zurzeit gibt, und ob diese Anlagen überhaupt in ausreichender Zahl vorhanden sind. Aufgrund der Erfahrungen mit der verschmutzten Nied stellt sich auch die Frage, ob das saarländische Kanalnetz überhaupt noch auf dem Stand der Technik ist, und welche Baumaßnahmen seitens des EVS und der Kommunen möglicherweise geplant sind.

Sollte die jetzige Keimbelastung tatsächlich auf Schmutzwasser aus Regenüberlaufbecken zurückzuführen sein, fordern wir von der Landesregierung, entsprechende bauliche Maßnahmen einzuleiten, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. Schließlich stellen Coli-Bakterien und Enterokokken eine akute Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier dar.“

Print Friendly, PDF & Email