Hohe PCB-Belastung der Gewässer – Grüne stellen Anfrage zum geplanten Monitoring-Programm

Die Landesregierung hat im vergangenen Jahr ein Monitoring-Programm angekündigt, um die Umweltbelastung durch den Giftstoff PCB und andere Schadstoffe zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen in einem Kataster kartografisch dargestellt werden. Die Grünen-Fraktion hat nun eine Anfrage zu den geplanten Untersuchungen gestellt. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende, Hubert Ulrich:

„Wie im vergangenen Sommer bekannt wurde, liegt die Belastung der Gewässer im Saarland mit hochgiftigem PCB zum Teil um das Vier- bis Achtfache über den gesetzlichen Grenzwerten. Dies ist auch auf den Eintrag durch Grubenwasser zurückzuführen. Im Zuge dessen hatte die Landesregierung angekündigt, ab Anfang 2016 ein Monitoring-Programm zu starten, um die Belastung der Flüsse und Bäche weiter zu untersuchen. Auf Basis der Daten soll ein sogenanntes PCB-Kataster erstellt werden. Darin sollen auch weitere Stellen, die für eine Umweltbelastung mit PCB und anderen Schadstoffen verantwortlich sein können, kartografisch erfasst werden. Dies gilt zum Beispiel für Deponien, Kraftwerke, Betriebe der Stahlindustrie und Zerkleinerungsanlagen. Das Umweltministerium hat den Untersuchungsauftrag für dieser Kataster bislang allerdings nur sehr allgemein formuliert.

Daher haben wir nun eine Anfrage an die Landesregierung zu diesem Thema gerichtet. Darin wollen wir unter anderem in Erfahrung bringen, welche weiteren Stoffe neben PCB das Umweltministerium konkret untersuchen lassen will. Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Umweltmedien beprobt werden sollen und welche Analysemethoden angewandt werden. Unserer Auffassung nach ist es in Bezug auf PCB bei den Gewässerproben entscheidend, auch die Flusssedimente zu untersuchen. Denn dieser Stoff lagert sich aufgrund seiner schlechten Wasserlöslichkeit vorrangig an Schwebstoffen an, die zu Boden sinken. Nur anhand solcher Analysen lassen sich letztlich verlässliche Daten über die tatsächliche PCB-Belastung ermitteln. Die Landesregierung muss außerdem darlegen, an welchen Messstellen sie die Proben entnimmt und in welchen zeitlichen Abständen die Untersuchungen erfolgen sollen.“

Link zur Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

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