In Zukunft des Nachwuchses investieren! – Bereich der frühkindlichen Bildung stärken!

Zur Kritik der Wohlfahrtsverbände im Saarland an der Personalausstattung der Kitas erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Die Wohlfahrtsverbände schlagen Alarm und fürchten angesichts der prekären Personalsituation an den Kitas Einbußen bei der Qualität der Erziehung und Bildung der Kinder. Die Landesregierung muss diese Bedenken ernst nehmen und den Personalschlüssel dringend überarbeiten. Bereits die Bertelsmann Stiftung hatte kürzlich in ihrem Ländermonitor das Betreuungsverhältnis in den saarländischen Kindergärten bemängelt. So kommen auf eine Erzieherin beziehungsweise einen Erzieher hierzulande im Schnitt 9,8 Kinder, womit das Saarland unter dem Durchschnitt der West-Länder liegt.

Viel gravierender ist jedoch, dass das tatsächliche Betreuungsverhältnis im Berufsalltag noch ungünstiger, nämlich bei mindestens 13 zu 1 liegen dürfte. Grund dafür sind die stetig wachsenden Anforderungen an das Kita-Personal. Zum einen ist in den vergangenen Jahren die Zahl erziehungsschwieriger und psychisch auffälliger Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf gewachsen. Zum anderen müssen die Erzieherinnen und Erzieher neben ihren pädagogischen Aufgaben auch zunehmend Verwaltungsaufgaben erledigen. Angesichts der Entwicklung der Flüchtlingszahlen ist auch abzusehen, dass künftig deutlich mehr Kinder aus Migrantenfamilien die Kitas im Land besuchen werden. Vor allem im Bereich der Sprachförderung werden die Anforderungen an das Personal also noch weiter zunehmen.

Die Landesregierung ist in der Pflicht, eine hervorragende Qualität in der frühkindlichen Betreuung und Erziehung sicherzustellen, um allen Kindern eine gute Perspektive zu geben. Wir fordern von Bildungsminister Commerçon, in diesem Bereich für eine angemessene Personal- und Finanzausstattung zu sorgen, damit die Erzieherinnen und Erzieher ihrem pädagogischen Auftrag weiter bestmöglich nachkommen können. Dies muss nicht nur für die Kindergärten, sondern auch für die Kinderkrippen gelten. Denn bei Letzteren hat die Landesregierung die Gruppengrößen von zehn auf elf erhöht und die tatsächlichen Ausgaben im Haushaltsjahr 2015 sogar um 1,3 Millionen Euro reduziert. Diese Kürzung muss im kommenden Doppelhaushalt zurückgenommen werden.“

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