Inklusion braucht gute Rahmenbedingungen – Stellenabbau stoppen!

Der Verein „Miteinander Leben Lernen“ hat einen Entwurf für ein inklusives Schul- und Bildungssystem erarbeitet, in dem er sich für einen Abbau der Sonderschulen im Land ausspricht. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wir sehen die Landesregierung in der Pflicht, die Forderungen des Vereins „Miteinander Leben Lernen“ (MLL) ernst zu nehmen. Sie beinhalten die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und sind daher vom Grundsatz her völlig richtig. Vor diesem Hintergrund fordern wir von Bildungsminister Commerçon, gute Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Inklusion an saarländischen Regelschulen zu schaffen.

Dazu ist es unerlässlich, ausreichend Lehrpersonal zu beschäftigen. Dies gilt sowohl für Lehrerinnen und Lehrer ohne sonderpädagogische Zusatzausbildung als auch für Förderschullehrerinnen und Förderschullehrer. Wir halten es außerdem für nötig, die Pädagogen aus den Förderschulen L (Förderschulen für Lernbehinderte) mittelfristig an Regelschulen zu versetzen und die Förderschulen L auf der Zeitachse der nächsten Jahre auslaufen zu lassen.

Gerade vor dem Hintergrund der Inklusion sind die geplanten Stellenstreichungen der Landesregierung im nächsten Haushaltsjahr in der Größenordnung von 112 Lehrerstellen an Regelschulen absolut widersinnig. Um die Inklusion erfolgreich umzusetzen, benötigen wir jede Lehrerstelle im System. Daher muss die Landesregierung auf diesen Stellenabbau verzichten. Kinder mit besonderem Förderbedarf brauchen eine intensive, besondere pädagogische Betreuung. Dazu sind kleinere Lerngruppen unerlässlich. Inklusion in großen Klassen kann nicht gelingen. Deshalb muss der Sparkurs der Landesregierung in der Bildung dringend gestoppt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Qualität der Bildung unserer Kinder dem Spardiktat zum Opfer fällt.“

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