Inklusion gelingt nur mit verbesserten Rahmenbedingungen

Zur Kritik des SLLV (Saarländischer Lehrerinnen- und Lehrerverband) und des GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) an der Umsetzung der Inklusion in den Grundschulen erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Die Kritik der Verbände ist berechtigt. Das Ziel der Inklusion, nämlich allen Schülerinnen und Schülern einen gleichberechtigten und ungehinderten Zugang zu öffentlichen Schulen zu ermöglichen, ist wichtig und richtig. Das Gelingen der Inklusion ist dabei aber maßgeblich von den Rahmenbedingungen abhängig. Ein wesentlicher Faktor ist hier die Klassengröße. Kinder mit besonderem Förderbedarf brauchen eine intensive, besondere pädagogische Betreuung. Dazu sind kleinere Lerngruppen unerlässlich. Inklusion in großen Klassen kann nicht gelingen.

Wir fordern daher von der Landesregierung, endlich ihren Koalitionsvertrag umzusetzen und die Klassengröße im Grundschulbereich auf 22 Kinder zu begrenzen. Darüber hinaus fordern wir vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation, die die Schulen vor weitere Herausforderungen stellt, dass die Klassengröße auf 20 Kinder begrenzt wird, wenn dort Flüchtlingskinder mit noch nicht ausreichenden Deutschkenntnissen beschult werden. Ab dem Schuljahr 2016/2017 soll die Inklusion auch in den weiterführenden Schulen im Saarland starten. Dann muss aus unserer Sicht dort die Klassengröße auf 25 Kinder gesenkt werden, bzw. wenn dort Flüchtlingskinder mit Sprachdefiziten aufgenommen werden, auf 23. Die Landesregierung muss schnellstmöglich handeln, damit die Lehrerinnen und Lehrer nicht überlastet werden und die Inklusion im Saarland zu einem Erfolg wird.“

Print Friendly, PDF & Email