Integration von Flüchtlingskindern darf nicht am Sparkurs scheitern: Deutlich mehr Lehrerstellen besetzen!

Die Grünen-Landtagsfraktion kritisiert die geringe Zahl von 208 Neueinstellungen im Lehrerbereich für das Schuljahr 2015/16. Sie fordert eine deutliche Personalaufstockung besonders vor dem Hintergrund der steigenden Zahl an zu betreuenden Flüchtlingskindern in den saarländischen Schulen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die aktuellen Einstellungszahlen im Lehrerbereich verdeutlichen, wie wenig die vollmundige Ankündigung von Bildungsminister Commerçon, den Lehrerstellenabbau zu problematisieren, tatsächlich wert ist. Tatsache ist, dass in den vergangenen Schuljahren jeweils 300 und mehr Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen im Land neu eingestellt wurden. In diesem Jahr sind es rund 100 weniger. Von einem Abrücken vom Sparkurs kann also keine Rede sein. Bildungsminister Commerçon hat sich mit seinen Aussagen schlicht unglaubwürdig gemacht.

Umso verheerender ist diese Einstellungspolitik der Landesregierung vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in den Schulen: Bis zum Jahresende werden voraussichtlich 3300 weitere Flüchtlingskinder eingeschult werden. Darüber hinaus fällt der Rückgang der Schülerzahlen generell nicht so deutlich aus, wie ursprünglich berechnet. Zudem steigen die Anforderungen an die Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise durch die Umsetzung der Inklusion stetig. Mit ihrem fatalen Sparkurs riskiert die Landesregierung nicht nur eine weitere Überlastung des Lehrpersonals. Sie gefährdet die Qualität der Bildung unseres Nachwuchses und raubt ihm letztlich die Zukunftsperspektive.

Vor dem Hintergrund, dass gerade Flüchtlingskinder auf besonders intensive Betreuung und Förderung angewiesen sind, reicht es nicht aus, lediglich 24 zusätzliche Sprachförderlehrer einzustellen. Erforderlich ist auch eine Wiederbesetzung der 112 Lehrerstellen für den regulären Unterricht, die im Haushaltsplan 2015 gestrichen wurden.

Darüber hinaus muss Bildungsminister Commerçon vom generellen Sparkurs bis 2020 vollständig abrücken und auch den Bereich der Schulsozialarbeit stärken. Nur dadurch können wir dem besonderen Betreuungsbedarf der häufig traumatisierten Flüchtlingskinder gerecht werden. Wir fordern die Einrichtung von mindestens einer Schulsozialarbeiterstelle an jeder weiterführenden Schule. Die Landesregierung muss sich endlich darüber bewusst werden, dass in den Schulen der Grundstein für eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft gelegt wird. Sie muss mit einer angemessenen Personalausstattung eine solide Bildung für diese Menschen sicherstellen.“

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