Islamunterricht fördert Willkommenskultur – Versuch auf weitere Schulformen ausweiten

Zur Einführung des Islamunterrichts ab Klassenstufe 1 im Rahmen eines Modellversuchs erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wir halten die Einführung des Islam-Unterrichts für einen wichtigen Schritt, um Menschen muslimischen Glaubens erfolgreich in unsere Gesellschaft zu integrieren und die Willkommenskultur im Saarland zu stärken. Mit dem konfessionellen Religionsunterricht für Muslime wird auch eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, um die Verständigung zwischen den hier lebenden Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen sowie deren Verständnis füreinander zu fördern.

Vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der rund 8600 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens eine weiterführende Schule im Saarland besucht, darf dieser Modellversuch jedoch mittelfristig nicht auf die Grundschulen beschränkt bleiben. Auch ältere Schülerinnen und Schüler müssen das Recht auf diesen Werteunterricht haben. Sollte das ab kommendem Schuljahr bestehende Angebot an den vier Grundschulen gut angenommen werden, erwarten wir von Bildungsminister Commerçon, den Versuch innerhalb der nächsten vier Jahre sukzessive auf weitere Grundschulen im Land und die Sekundarstufe I der Gemeinschaftsschulen und Gymnasien auszuweiten.

Dies ist umso wichtiger vor dem Hintergrund der steigenden Zahl an Menschen aus Syrien und anderen Krisengebieten, die hier Zuflucht suchen. Dies wird dazu führen, dass künftig deutlich mehr Kinder und Jugendliche muslimischen Glaubens die Schulen im Saarland besuchen werden. Im Zuge dessen muss es Bildungsminister Commerçon auch deutlich mehr Lehrkräften ermöglichen, entsprechende Fortbildungsangebote wahrzunehmen, damit sie Islamunterricht erteilen können. Um dem Anspruch gerecht zu werden, künftig allen Schülerinnen und Schülern muslimischen Glaubens den wichtigen Werteunterricht zu ermöglichen, muss die Landesregierung auch auf den Abbau beim Lehrpersonal in einer Größenordnung von 588 Stellen bis zum Jahr 2020 verzichten.“

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