Kahlschlag an Saar-Uni: Landesregierung hat Hochschullandschaft heruntergewirtschaftet

Nach einem Beschluss des Universitätsrats der Saar-Uni wird die Zahl der Fakultäten im kommenden Jahr von acht auf sechs reduziert. Außerdem plant die Hochschule, aus einem Teil der Kompensationsmittel einen sogenannten Strategiefonds zu speisen. Hierzu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Die Landesregierung hat die Hochschullandschaft im Saarland heruntergewirtschaftet. Was von der hervorragenden Leistung der Saar-Uni in Lehre und Forschung künftig übrig bleibt, steht in den Sternen. Was jedoch feststeht: Der Rückbau von Fakultäten, die Streichung von Fächern, die Einschränkung von Serviceangeboten für Studierende und der bevorstehende Personalabbau wird die Uni für Studieninteressierte und junge Wissenschaftler aus dem Saarland und von außerhalb langfristig unattraktiv machen. Die Große Koalition gefährdet damit nicht nur die Ausbildung ihrer Landeskinder und die berufliche Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchses. Ihr scheint auch nichts daran zu liegen, dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, da sich künftig sicherlich immer weniger junge Menschen aus dem Bundesgebiet und anderen Ländern hier für ein Studium bewerben werden.

Die Landesregierung lässt sogar zu, dass die Mitbestimmungsrechte der Studierenden beschnitten werden. Sie stellt fünf Millionen Euro an sogenannten Kompensationsmitteln bereit. Über die Verteilung dieser Mittel, die zur Verbesserung von Lehre und Forschung gedacht sind, können die Studierenden mitentscheiden. Allerdings will die Uni davon nun 2,7 Millionen Euro für einen Strategiefonds abzwicken. Dies stellt aus unserer Sicht eine Zweckentfremdung. dar. Wir fordern daher von der Landesregierung, in Gesprächen mit der Universität sicherzustellen, dass die Mittel für einen solchen Fonds aus dem Globalhaushalt und nicht aus den Kompensationsmitteln gespeist werden.

Darüber hinaus muss Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer endlich mit der Hochschule zusammen ein strukturbildendes Konzept für eine Sicherung von Forschung und Lehre erarbeiten, um die Hochschullandschaft im Saarland langfristig attraktiv zu halten und damit die Wirtschaftskraft des Landes zu sichern.“

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