Kahlschlag an Saar-Uni: Landesregierung gefährdet Leistungsfähigkeit der Hochschule im Forschungs- und Bildungsbereich

Dekane mehrerer Fakultäten an der Universität des Saarlandes sehen ihre Fachbereiche aufgrund des Sparkurses der Landesregierung bedroht (vgl. Saarbrücker Zeitung, 09.12.2014, Seite B5). Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Es kristallisiert sich mehr und mehr heraus, wohin die Sparmaßnahmen der Landesregierung im Hochschulbereich führen werden. Hält der jetzige Kurs an, wird die Uni unumgänglich enorm an Lehr- und Forschungsleistung einbüßen. Wie sollen die Fakultäten Drittmittel einwerben und Sonderforschungsbereiche finanzieren, wenn sie um bis zu 30 Prozent ihres Etats beschnitten werden? Dieses Schicksal scheint den Fachbereichen Physik und Mechatronik bevorzustehen. Auch an der Philosophischen Fakultät II spricht man von desaströsen Einbußen und fürchtet um den Erhalt des Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereichs. Die Zahl der Studienplätze könnte um die Hälfte sinken.

Diese fatale Hochschulpolitik der Landesregierung bringt die Universität in eine Abwärtsspirale. Weniger Geld für Forschungsprojekte bedeutet zugleich, dass die Hochschule weniger Einnahmen aus Drittmitteln erzielen kann. Zudem setzt die Ministerpräsidentin die geplante Kooperationsplattform im Ingenieurbereich zwischen Uni und HTW aufs Spiel, die sie sogar noch in ihrer Regierungserklärung im Juli gefordert hatte. Darin hieß es: „Im Rahmen einer Kooperationsplattform sollen UdS und htw saar komplementäre Studienangebote anbieten und mehr Durchlässigkeit ermöglichen.“ Diese Plattform scheint nun zum Scheitern verurteilt, da es aufgrund des Spardiktats keine arbeitsfähige Mechatronik an der Uni mehr geben wird.

Unter diesen Forschungs- und Bildungsbedingungen sind auf Dauer weder hervorragende Fachkräfte noch Studierende zu halten. Die Landesregierung muss auf die Warnsignale der Dekane reagieren und in Zusammenarbeit mit der Universität endlich ein tragfähiges Zukunftskonzept ausarbeiten. Wir verlangen zudem endlich eine klare Aussage der Landesregierung über die Verwendung der ab kommendem Jahr frei werdenden Bafög-Mittel. Diese müssen den Hochschulen im Land vollständig zur Grundfinanzierung überlassen werden. Nur auf diese Weise können die Hochschulen sie in strukturelle Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung des Lehr- und Forschungsangebots investieren.“

Print Friendly, PDF & Email