Kirchenasyl stellt wichtige Form der Flüchtlingshilfe dar – Grüne fordern klares Bekenntnis von Innenminister Bouillon

Innenminister Klaus Bouillon hat sich gegen die Praxis der Kirchen bei der Unterbringung von Flüchtlingen ausgesprochen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die Kirchen kommen einem wichtigen humanitären Auftrag nach, indem sie Schutzsuchenden Menschen in Not Zuflucht gewähren. Dieses Kirchenasyl ist unserer Auffassung nach im Saarland in der Vergangenheit immer mit großer Verantwortung und Augenmaß gehandhabt worden. Die Kirchen verhindern im Rahmen einer umfassenden Einzelfallprüfung, dass hilfesuchende Menschen vorschnell wieder in Länder abgeschoben werden, in denen menschenunwürdige Zustände herrschen.

Dass Innenminister Bouillon diese Form des Asyls nun in Frage stellt, ist ein Schlag ins Gesicht für die verzweifelten und häufig traumatisierten Menschen, die in der Hoffnung auf einen Neubeginn nach Deutschland gekommen sind. Wir hätten von einem Innenminister, der einer christlichen Partei angehört, vielmehr erwartet, dass er sich entschieden gegen die Auffassung seines Amtskollegen auf Bundesebene stellt. Thomas de Maizière hatte das Kirchenasyl kürzlich prinzipiell und fundamental abgelehnt. Wir fordern von Innenminister Bouillon, sich in den kommenden Gesprächen mit den Kirchen im Saarland für die Beibehaltung des Kirchenasyls auszusprechen und es als wichtige Form der Nothilfe respektierend anzuerkennen.“

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