Kita Wallerfangen: Landesregierung verweigert Auskunft über mögliche Gesundheitsgefährdung

Seit Oktober ist das „Kinderland Wallerfangen“ wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung geschlossen. Laut Medienberichten sind durch das Baumaterial giftige Dämpfe entstanden. Die Kindertagesstätte hatte erst im September eröffnet. Auf Antrag der Grünen sollte die Landesregierung in der heutigen Sitzung des Umweltausschusses über die Ursachen der vorläufigen Schließung und mögliche Baumängel berichten. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die Landesregierung war in der heutigen Ausschusssitzung außer Stande, uns über eine mögliche Gesundheitsgefährdung aufzuklären und konkrete Angaben zur Luftbelastung zu machen. Stattdessen hat sie zu diesem Thema das Landesjugendamt berichten lassen, das lediglich für die Genehmigung der Kindertagesstätte zuständig ist. Keine unserer Fragen wurde beantwortet.

Dieses Verhalten ist ein Schlag ins Gesicht der besorgten Eltern der Kinder, die die Tagesstätte besuchen. Es hätte selbstverständlich sein müssen, dass die Landesregierung in dieser prekären Frage Experten des Gesundheits- und Bildungsministeriums hinzuzieht. Schließlich geht es hier um die Gesundheit der Kinder.

Das Landesjugendamt konnte lediglich darüber berichten, dass bei einer ersten Raumluftmessung Ende September giftige Dämpfe festgestellt wurden. Die Belastungswerte waren demnach so hoch, dass eine Gesundheitsgefährdung für Erwachsene und Kinder nicht ausgeschlossen werden konnte. Daraufhin wurde das Kinderland geschlossen. Das Landesjugendamt und der Landkreis Saarlouis haben anschließend ein Lüftungskonzept erarbeitet. Ende Oktober ergab eine erneute Raumluftmessung, dass die zulässigen Grenzwerte für Erwachsene unterschritten wurden. Eine Gesundheitsgefährdung für die Kinder kann jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Daher bleibt das Kinderland geschlossen.

Um welche belastenden Stoffe es sich konkret handelt, konnte man uns nicht beantworten. Ebenso wenig die Frage nach bisher möglicherweise entstandenen Gesundheitsschädigungen der Kinder. Auch steht noch die Frage im Raum, ob Baumängel vorliegen. Welcher finanzielle Schaden der Gemeinde Wallerfangen durch die Schließung entstanden ist und wer für die Kosten aufkommen wird, ist ebenfalls völlig unklar.

Wir lassen nicht zu, dass die Landesregierung uns diese Informationen weiterhin verweigert. Daher werden wir dieses Thema auf die Tagesordnung des nächsten Bildungsausschusses am 13. November setzen. Zur Sitzung soll auch der Gesundheitsausschuss hinzugezogen werden. Die Landesregierung ist es den betroffenen Eltern und Kindern schuldig, sämtliche Fragen lückenlos aufzuklären.“

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