Land muss von den geplanten Lehrerstellenstreichungen und der radikalen Kürzung an der Universität des Saarlandes Abstand nehmen

Zum Bildungsfinanzbericht 2013 des Statistischen Bundesamtes sieht sich die Grüne-Landtagsfraktion in ihrer Kritik an den Lehrerstellenstreichungen und Kürzungen bei den Hochschulen des Saarlandes bestätigt. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher, Klaus Kessler:

„Die vorgestellten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu den Bildungsausgaben der einzelnen Bundesländer zeigen deutlich, dass wir auch im Saarland die Ausgaben für den Bildungs- und Hochschulbereich erhöhen müssen. Die derzeitigen Planungen der Landesregierung gehen aber in eine komplett andere Richtung. Sie plant im Schulbereich die Streichung von 588 Lehrerstellen und eklatante Kürzungen im Hochschulbereich in Höhe von 120 Millionen Euro bis 2020.

Das notwendige Geld für Bildungsinvestitionen ist im Saarland vorhanden. Jedoch werden die Gelder in unnötige Prestigeprojekte, wie beispielsweise den IV. Pavillon und die Nordumfahrung Merzig, versenkt. Hinzu kommen jährliche Mittelverschwendungen für die Flughafensubvention und die Erinnerungsfolklore des Bergbauerbes.
Wir fordern die Landesregierung auf, den geplanten Lehrerstellen-Abbau nicht durchzuführen und die Schulen besser mit Personal auszustatten. Das Saarland befindet sich bereits jetzt auf dem drittletzten Platz bei den veranschlagten Bildungsausgaben je Einwohner. Zur Qualitätsverbesserung an den Schulen sind kleinere Klassen und mehr Förderstunden erforderlich. Zudem sind mehr Lehrerstellen zur erfolgreichen Umsetzung der Inklusion dringend erforderlich.

Ähnlich sieht es bei den bevorstehenden Kürzungen an den Hochschulen aus. Wir wollen keine Rumpf–Universität, deren Studienangebot sich nur noch auf wenige Fakultäten und Studiengänge beschränkt. Die Auswirkungen wären für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Saarland verheerend. Hinzu kommt, dass die Aufgabe von Massenfächern, wie die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, das Land mehr Geld kostet als gespart wird. Der Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultität, Stephan Weth, berechnete bei einem Wegfall der Rechtswissenschaften und dem damit einhergehenden Wegzug der Studenten ein Minus von 5,9 Millionen Euro beim Länderfinanzausgleich. Das Saarland darf im Wettbewerb der Hochschul- und Wissenschaftsstandorte Deutschlands nicht abgehängt werden, das gefährdet letztendlich auch seine Eigenständigkeit.“

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